Finanz- und Warenagenten: Polizei warnt vor findigen Banden

Finanz- und Warenagenten : Polizei warnt vor findigen Banden

Die Zahl von „Finanzagenten“ und „Warenagenten“ steigt drastisch an, wie die Polizei Krefeld nun mitteilte. Die Beamten warnen die Bürger von kriminellen Banden, die schnelles Geld versprechen.

Die 40-jährige Hausfrau Gisela R. (Name erfunden) aus Krefeld brauchte dringend Geld. Eine Internet-Annonce offerierte ihr für wenig Arbeit einen lukrativen Verdienst. Gisela R. war begeistert, ließ sich Paketlieferungen nach Hause schicken, etikettierte diese um und verschickte sie weiter - meistens ins Ausland, wo, so hieß es, die jeweiligen Waren nicht erhältlich seien. Vergeblich wartete die Hausfrau auf die versprochene Bezahlung. Gisela R. fiel zunächst nicht auf, dass sie als so genannte „Warenagentin“ missbraucht wurde.

Als die Krefelderin dann in einem Sozialen Netzwerk ein weiteres Lockangebot entdeckte, ließ sie sich auch darauf ein. Auf ihr privates Konto wurden Geldbeträge transferiert, die sie anschließend überweisen sollte. Gisela R. tat dies auch, schließlich wurden ihr fünf bis zehn Prozent des Umsatzes zugesagt. Die Krefelderin agierte als „Finanzagentin“.

Nach wenigen Tagen meldete die Bank der Hausfrau die ungewöhnlichen Vorgänge der Bundesanstalt für Finanzaufsicht. Diese wiederum informierte die Polizei in Krefeld. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Gisela R. wird Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug vorgeworfen. „In diesem Fall gehen wir von Leichtfertigkeit aus“, berichtet der Erste Kriminalhauptkommissar Heinz Siemes, der das Kommissariat 12 leitet. Dieses beschäftigt sich mit Wirtschaftskriminalität, Betrug und Cyber Crime. Er weiß zu berichten, dass „die Zahl der Finanz- und Warenagenten seit Beginn diesen Jahres drastisch angestiegen ist“. Die Hälfte seines 24-köpfigen Teams sei alleine auf diese Fälle angesetzt. Dank des 2017 in Kraft getretenen Geldwäschegesetztes ist die Aufklärungsquote der Krefelder Beamten sehr hoch.

Besonders anfällig für solcherlei Fallen von organisierten Banden seien Arbeitslose, Studenten und Menschen mit Geldsorgen. Männer lassen sich häufiger auf diese Tricks ein, besonders im Alter zwischen 18 und 34.

Mehr zum Thema am Sonntag im Extra Tipp.

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