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Bus und Bahn: Per Handy zum Ticket - ganz ohne App

Bus und Bahn : Per Handy zum Ticket - ganz ohne App

In Krefelds Bussen und Bahnen startet ein deutschlandweit einmaliges Projekt zum Ticketverkauf. Einfache Fahrten kann man jetzt auch in Sekundenschnelle per Smartphone kaufen - und zwar ohne vorheriges Installieren von Programmen.

Ihre Bahnfahrkarten kaufen die Krefelder seit Generationen beim Fahrer (sofern sie nicht eh eine Monatskarte haben). Ticketautomaten gibt es nicht.
Ab sofort ist eine weitere Möglichkeit hinzugekommen: Die SWK verkauft einfache Fahrten jetzt auch per Handy. Für 2,60 Euro können sich Smartphone-Nutzer das Ticket per SMS schicken lassen und damit 90 Minuten lang quer durch die Seidenstadt fahren.

Zwar sind Handy-Fahrkarten seit Jahren nichts Neues mehr, doch das Krefelder Modell dürfte trotzdem Verkehrsunternehmen bundesweit aufhorchen lassen. Denn in allen anderen deutschen Städten müssen Fahrgäste, die per Handy zahlen wollen, zuvor persönliche Daten angeben und eine App herunterladen.

Genau dieser Schritt entfällt nun in Krefeld. Es reicht, die Seite "ratzfatz.swk.de" aufzurufen. Dort werden automatisch Handynummer und Telefonanbieter des Nutzers angezeigt. Nun reicht der Druck auf den großen, roten "Zum Ticket"-Knopf, um die Fahrkarte zu buchen. Das Ticket kommt dann per SMS. Es ist ab sofort und nur für den jeweiligen Handynutzer gültig. Die 2,60 Euro werden anschließend über die Mobilfunkrechnung abgebucht.

"Wir wollen damit den Zugang zu Bus und Bahn vereinfachen", sagt SWK Mobil-Chef Guido Stilling. Papiertickets würden natürlich auch weiter beim Fahrer verkauft.

Mit dem neuen Angebot soll speziell auswärtigen Besuchern oder Krefeldern, die lange nicht mehr mit Bus und Bahn gefahren sind, ein einfach zu bedienendes Angebot gemacht werden.

Sollte der Handy-Ticketverkauf gut angenommen werden, wäre es in einem weiteren Schritt auch möglich, andere Fahrkarten (etwa die beliebten Vierer-Tickets) über die Homepage zu verkaufen.

Die Entwicklung mit Hilfe der Firma Sunhill Technologies aus Erlangen hat etwa ein halbes Jahr gedauert.