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Tierschutz in Krefeld: Oppumer Gnadenhof braucht Unterstützung

Tierschutz in Krefeld : Oppumer Gnadenhof braucht Unterstützung

Der Gnadenhof des Oppumer Vereins ist bundesweit bekannt. Doch das führt dazu, dass sich die Zahl der hier betreuten Pferde seit dem Beginn verdoppelt hat. Nun sucht der Verein nach neuen Unterstützern.

Es sind schlimme Geschichten, die in Oppum ein gutes Ende finden. Zum Beispiel die von Mandingo: Auf seinem braunen Fell drückten Tierquäler 40 Zigarettenkippen aus.

Der Fuchs erholte sich beim Oppumer Verein für notleidende Pferde und Ponys, wo er sein Gnadenbrot bekommt - und bei gutem Wetter einen Platz auf der Wiese bei Pferden, mit denen er sich gut verträgt.

Möglich macht das Annemarie Hendricks, die im Jahr 2000 den geerbten Hof an der Hauptstraße 166 zum Gnadenhof für vernachlässigte und "ausrangierte" ehemalige Reitpferde und Ponys machte. Esel, Hunde und Enten komplettieren das Bild. Damals startete man mit 26 Pferden. Heute schwankt die Zahl um die 50 - und der Hof kommt an seine Grenze.

Rund 6000 Euro koste der Betrieb monatlich, sagt die Gründerin - spezielles Kraftfutter zum Aufpäppeln der geschwächten Vierbeiner, Heu, Tierarzt, Hufschmied und Strom müssen bezahlt werden. Das funktioniert nur dank Spender-Patenschaften und der Unterstützung durch den Bund deutscher Tierfreunde, der die wöchentlich 750 Kilo Kraftfutter sponsert - und natürlich der Zeit, die die wenigen Ehrenamtler aufbringen.

Zur Hilfe kommen dem Hof regelmäßig männliche Jugendliche, die hier vormittags ihre gerichtlich verordneten Sozialstunden ableisten. Praktika für pferdebegeisterte junge Mädchen bietet der Hof nicht an. Geld der Stadt erhält er nicht.

Immer wieder melden sich hier Pferdehalter mit Tieren, für die sie "keine Verwendung mehr haben" - oft haben sie sich gerade ein jüngeres Reittiers zugelegt und wollen nun die Stall- und Futterkosten für ihr altgedientes Reittier nicht mehr zahlen. "Für ein Tier, auf dem man jahrelang geritten ist" - Annemarie Hendricks versteht so ein Verhalten nicht - aber sie kümmert sich um die Tiere. Nur wenn der Hof bis auf die Notfallboxen voll belegt ist, muss auch sie schweren Herzens Pferde ablehnen.

In den vergangenen zwei Wochen kamen gerade erst wieder zwei Ponys neu hinzu, eins völlig scheu und unterernährt. Im Mai vermehrte sich die Zahl der Tiere auf ganz natürlich Weise: Eine abgemagerte Stute brachte völlig überraschend Fohlen Florian zur Welt.

Nun braucht der Hof Unterstützung - zum einen weitere Patenschaften - zum anderen aber auch Hilfe bei größeren Projekten. "Wir brauchen ein drei Meter Silo, um das Kraftfutter vor den Ratten zu schützen", sagt die Vereinsgründerin. Auch die Einfahrt müsste dringend neu asphaltiert werden - aber das dafür gesparte Geld floss erst gerade wieder in den laufenden Betrieb...

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Wer helfen möchte, findet Infos auf der Seite "Gnadenhof Oppum". Oder er meldet sich direkt bei Frau Hendricks unter Tel.: 0174-9114836.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rundgang über den Oppumer Gnadenhof