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Fünf weitere Sterbefälle in Krefeld / Impfbereitschaft steigt: OB Meyer sieht Lockdown-Effekte, warnt aber auch

Fünf weitere Sterbefälle in Krefeld / Impfbereitschaft steigt : OB Meyer sieht Lockdown-Effekte, warnt aber auch

„Der Lockdown hat in Krefeld Effekte gezeigt“, sagte Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer am Dienstag. Der dynamische Anstieg der letzten Wochen sei erkennbar gebrochen. Dennoch sei nicht die Zeit für eine Entwarnung gekommen.

Denn: „Alleine in diesem Jahr sind bereits 39 Krefelder im Zusammenhang mit einer Coronainfektion verstorben“, so der OB. „Wir sind auch wegen der Varianten des Virus weiterhin sehr vorsichtig.“ Meyer räumte ein, dass „einem flau im Magen wird“, wenn man auf die Statistiken anderer Länder blickt, wo die Mutationen bereits grassieren.

In Krefeld sind im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie weitere fünf Menschen verstorben. Dies hat der städtische Fachbereich Gesundheit am Dienstag, 19. Januar, gemeldet. Vier der Personen sind in Seniorenheimen verstorben: Eine der verstorbenen Personen war rund 90 Jahre alt, die zweite Mitte 90, die dritte Anfang 70, die vierte rund 80 Jahre alt. Der fünfte Todesfall wurde aus einem Krefelder Krankenhaus gemeldet: Die Person war rund 60 Jahre alt, lebte zuvor nicht in einem Heim. Insgesamt 91 Personen sind im Zusammenhang mit der Pandemie in Krefeld nach einer Corona-Infektion verstorben.

Nach IT-Problemen in den vergangenen Tagen bei den Corona-Infiziertenmeldungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Störung inzwischen behoben. Auf Nachfrage von mein-krefeld.de nahm Gesundheitsdezernentin Lauxen zur den Schwierigkeiten der vergangenen Tage Stellung. „Das sind Dinge, die man in so einer Krise überhaupt nicht braucht. Aber unsere IT-Verbindung fiel aus und es dauerte, ehe diese Serverprobleme behoben waren. Wir waren allerdings nicht die einzigen Kommune, die solche Probleme hatten.“

Der Fachbereich Gesundheit hat jetzt auch alle Nachmeldungen an das RKI übermittelt. Die Gesamtzahl aller bisherigen Corona-Infektionen in Krefeld liegt nun bei 6.223, das sind 83 Infektionen mehr als am Vortag. Genesen sind inzwischen 5.389 Personen. Als aktuell infiziert gelten somit 743 Personen, 83 mehr als am Vortag.

Mit der neuen Entwicklung durch die Nachmeldungen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, für Krefeld erwartungsgemäß an. Sie liegt inzwischen bei 128, nachdem sie vom RKI am Montag wegen der ausgebliebenen Meldungen mit 96 angegeben worden war.

Die Krankenhäuser starteten am Montag mit der ersten Impfphase. 1506 Impfdosen standen für das medizinische Personal zur Verfügung. Bis zum Ende dieser Woche werden alle Alten- und Pflegeheime duchgeimpft sein. In vier Einrichtungen beginnt bereits die zweite Impfphase. „Wir sind da voll im Zeitplan“, berichtet Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Sie freut sich, dass „die Impfbereitschaft in allen Bereichen steigt“. 1700 Menschen konnten bislang in den Alten- und Pflegeheimen geimpft werden, 135 erhielten bereits die zweite Impfung.

Die Testläufe im Impfzentrum, welches den Betrieb am 1. Februar aufnimmt, laufen zufriedenstellend. Zunächst wird dieses an fünf Tagen pro Woche (Montag, Mittwoch, Freitag Samstag und Sonntag) in der Zeit von 14 bis 20 Uhr geöffnet sein. Sollte der Bedarf steigen, könnten die Öffnunsgzeiten schnell erweitert werden.

Ein Brief des Gesundheitsministers (samt Begleitschreiben von OB Meyer) wird am Mittwoch verschickt. Darin werden Menschen, die nicht selbstständig zum Impfzentrum gelangen können, auch über einen Hol-und Bringservice informiert. Für einen Unkostenbeitrag von fünf Euro wird das DRK die Impfwilligen abholen und zurückbringen.

Der Kommunale Ordungsdienst war am Montagabend bei einer Demonstration der „Querdenker“-Szene im Einsatz. Rund 50 Personen zogen durch die Innenstadt. 25 Personen mussten wegen des Nichteinhaltens des Mindestabstands angesprochen werden.