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Jetzt 98 Coronafälle in Krefeld: OB Meyer: „Krefelder haben den Ernst der Lage angenommen“

Jetzt 98 Coronafälle in Krefeld : OB Meyer: „Krefelder haben den Ernst der Lage angenommen“

Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Krefelder stieg am Montag auf 98 an. Die Entwicklung vor Ort sei „nicht besorgniserregend“, sagt Gesundheitsingenieur Dirk Hagenräcke. Oberbürgermeister Meyer lobt das umsichtige Verhalten der Bürger. Verwaltungsmitarbeiter sollen den Kommunalen Ordnungsdienst im Streifendienst unterstützen.

Eine neue Woche, neue Zahlen. 98 am Coronavirus erkrankte Krefelder, bislang 1034 Abstriche, die im Diagnosezentrum an der Schwerstraße genommen wurden. Gesundheitsingenieur Dirk Hagenräck vom städtischen Fachbereich Gesundheit beobachtet die Entwicklung aufmerksam, sagt: „Die Situation hier vor Ort ist zum jetzigen Stand nicht besorgniserregend.“

Oberbürgermeister Frank Meyer begrüßt die Entscheidung des Landes, dessen Erlass vom Sonntagabend in Krefeld „eins zu eins umgesetzt wird“. „Ich finde es gut, dass es nun eine klare Rechtslage gibt“, sagt der Verwaltungschef, der das Verhalten der Bürger am vergangenen Wochenende ausdrücklich lobt: „Die meisten Krefelderinnen und Krefelder haben den Ernst der Lage angenommen, sie haben sich verantwortungsvoll und diszipliniert verhalten.“ In der Tat war es an diesem frühlingshaften März-Wochenende relativ ruhig auf den Straßen. Viele Menschen nutzten vor allem den Sonntag zu einem ausgiebigen Spaziergang in der Sonne. Der Parkplatz am Elfrather See war dicht besiedelt.

Die vom Land ausgegebene „Corona-Schutzverordnung“ bringt einige Veränderungen mit sich, wie Ordnungsdezernent Ulrich Cyprina am Montag berichtete. So dürfen Bau- und Gartenmärkte für die Versorgung von Gewerbetreibenden und Handwerker nach wie vor geöffnet haben, für den Endverbraucher jedoch nur, wenn spezielle Auflagen erfüllt werden. so müssen sie beispielsweise so genannten „Abstandsflächen“ schaffen, um den empfohlenen Abstand von 1,5 Meter (besser zwei Meter) zwischen den Kunden zu gewährleisten. Werden diese Auflagen eingehalten, dürfen nun auch wieder Floristen ihr Ladenlokal öffnen.Im Bereich der Gastronomie gilt nun: Abgeholte Speisen dürfen in einem Bereich von 50 Meter im Umkreis des Restaurantsbetriebs nicht verzehrt werden.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt ist, so Ulrich Cyprian, die „zuständige örtliche Ordnungsbehörde“, die die Einhaltung der neuen Auflagen vor Ort kontrollieren wird. Aktuell beschäftigt der KOD 23 Mitarbeiter, es gibt noch acht offene, nicht besetzte Stellen. Um der aktuelle Lage Herr zu werden, will die Stadtverwaltung Mitarbeiter mittels „Kurz- und Schnellschulungen“ befähigen, an der Seite eines KOD-Kollegen „Streife“ gehen zu können. „Dies wird jedoch einige Tage in Anspruch nehmen“, sagt Cyprian.

Oberbürgermeister Frank Meyer, der auch dem Krisenstab vorsteht, betont jedoch auch: „Die Kontrollen sind nicht alleinige Aufgabe der Stadt, sondern auch und vor allem der Polizei.“

Die Landesregierung hat darüber hinaus ein weitreichendes Kontaktverbot für NRW per Rechtsverordnung erlassen, das ab sofort in Kraft ist. Demnach werden Zusammenkünfte und Ansammlungen in der Öffentlichkeit von mehr als zwei Personen untersagt. Ausgenommen sind die Verwandten in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartner sowie in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen, die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen, zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie aus prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen.

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