Eine rührende Geschichte: Noahs haariges Hilfsprojekt

Eine rührende Geschichte : Noahs haariges Hilfsprojekt

Der achtjährige Noah Nicolás Contzen aus Gellep-Stratum erzählt uns von seiner besonders anrührenden Geschichte

26 Monate ist es her, dass der damals sechsjährige Noah Nicolás Contzen eine weitreichende Entscheidung traf. Eine seiner Mitschülerinnen trug während des Unterrichts stets eine Mütze. „Ich habe mich darüber gewundert und fragte nach“, erinnert sich Noah. Während einer Schulpause zeigte ihm das Mädchen die kahlen Stellen auf ihrem Kopf. Sie litt unter Frühchen-Bulimie. Der Haarausfall war eine Folge davon.

Der Erstklässler war sehr betroffen. Auf die Fragen seiner Mutter, was ihn denn so bedrücken würde, antwortete er nicht. Wenige Wochen später wunderte sich Mama Dominique erneut. Sie wollte für ihren Sohn einen Termin beim Friseur ausmachen. „Ich möchte meine Haare aber nicht abschneiden. Ich möchte sie gern wachsen lassen“, sagte Noah nur.

Es vergingen Wochen und Monate, und die Haare waren inzwischen so lang, dass man sie kämmen und föhnen musste. Von einem Besuch beim Friseur wollte Noah immer noch nichts wissen. Schließlich erzählte er seiner Mutter unter Tränen die Geschichte, die sich Monate zuvor ereignet hatte.

„Ich war sehr berührt und fragte, was er nun zu tun gedenkt“, berichtet Dominique und ergänzt: „Er holte einen Zeitungsartikel aus dem Extra-Tipp, den er sich ausgeschnitten hatte und der seitdem in seinem Zimmer hängt.“ Der Text trug den Titel: „Alte Zöpfe: Bloß nicht wegwerfen“. Es ging darin um die Stiftung „It´s for Kids“, die aus abgeschnittenen Haaren Perücken fertigen lässt. Noahs Entschluss stand nun endgültig fest. Seine Haare sollten bis zu 25 Zentimeter wachsen, um sie schließlich spenden zu können. „Ich möchte, dass kranke Kinder eine Perücke haben können“, sagt der heute Achtjährige, der sich wegen seiner wachsenden Mähne immer wieder Hänseleien und doofe Sprüche gefallen lassen musste. Im Restaurant sagte ein Kellner kürzlich „Lassen Sie es sich schmecken, junge Frau“.

„Das ignoriere ich aber. Es geht ja um eine gute Sache.“ Übrigens: Nur seine engsten Freunde wissen, warum Noah seine Haare nicht schneiden lässt. In der Schule darf er von seiner Hilfsaktion nichts sagen. „Die Lehrer befürchteten, es könnten nachher noch andere Kinder auf diese Idee kommen“, erläutert Dominique Contzen voller Unverständnis.

Im nächsten Monat wird Noahs wallende Haarpracht dann einer frechen Kurzhaarfrisur weichen. Nach 26 Monaten Wartezeit. Wenn es nach dem Drittklässler geht, wird er die Haare noch einmal wachsen lassen, um einem weiteren kranken Menschen helfen zu können. Einzige Bedingung seiner Mutter: „Er muss lernen, sich selbst zu föhnen.“

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