1. Die Stadt

Politik will unbefristeten Sperrbezirk: Neuer Anlauf gegen den Straßenstrich

Politik will unbefristeten Sperrbezirk : Neuer Anlauf gegen den Straßenstrich

Die Stadt soll erneut ein Verbot der Straßenprostitution im Bereich Ritter/Neue Ritterstraße und der nahen Anwohnerstraßen bei der Bezirksregierung beantragen. Das haben die Parteien im Ordnungsausschuss beschlossen.

Dem Beschluss vorangegangen war eine öffentliche Fraktionssitzung der FDP mit Anwohnern des Bereichs Am Riddershof. Dabei ergab sich der Verdacht, dass der Neubau der Feuerwache an der Neuen Ritterstraße zu einer Verdängung des Straßenstrichs geführt hat. War es bislang so, dass die Freier die Prostituierten einsteigen ließen, um mit ihnen auf der Neuen Ritterstraße zu parken, wird nun verstärkt auf der Straße Am Riddershof gehalten. So ist zumindest der Eindruck diverser Anwohner.

"Damit haben wir einen neuen Sachverhalt", unterstrich FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann. Bislang waren Krefelds Versuche, den Straßenstrich im Bereich Ritter/Neue Ritterstraße zu verbieten, ja daran gescheitert, dass die sexuelle Aktivität in einem weitgehend von Gewerbe geprägten Gebiet ohne Schulen und Kitas stattfand, wo nach Ansicht der Bezirksregierung nur wenige Anwohner gestört werden. Verlagert sich der Straßenstrich jedoch in ein reines Wohngebiet, könnte die Stadt diese Entwicklung in Düsseldorf als Argument anführen, um erneut ein Verbot der Straßenprostitution in dem Bereich zu fordern - also den Sperrbezirk zu erweitern.

CDU-Ratsfrau Britta Oellers unterstrich, dass die Union die Ausweitung des Sperrbezirks bereits 2013 gefordert habe. Sie gab allerdings auch zu Bedenken, dass es Probleme gebe, die sich nicht per Gesetz lösen ließen.

Grünen Ratsfrau Barbara Behr schlug vor, dass Thema in den ausschließlich mit weiblichen Ratsmitgliedern besetzten, nichtöffentlichen tagenden Arbeitskreis Prostitution zu verlagern.

SPD-Ratsherr Hans Butzen widersprach. Er sieht die Zuständigkeit für ordnungsbehördliche Fragen beim Thema Straßenstrich beim Ordnungsausschuss. Auch sei die Belastung für die Anwohner nach wie vor gegeben, es bestehe also Handlungsbedarf.

Linke-Ratsherr Stephan Hagemes brachte den Aufbau von "Verrichtungsboxen" ins Spiel: Spezielle Parkplätze für die Freier mit Notrufknöpfen und besonderem Schutz für die Prostituierten.

Interessiert blickt die Politik nach Duisburg, wo in Friemersheim und in Teilen des Duisburger Südens gerade ein neuer Sperrbezirk eingerichtet worden ist.

Nach dem nun erfolgten Beschluss, erneut den unbefristeten Sperrbezirk für das Gebiet Ritter/Neue Ritterstraße zu beantragen, warnt die FDP vor Euphorie: "Es muss detailliert dargelegt werden, dass sich die Ausübung der Straßenprostitution von der Ritter- bzw. Neue Ritterstraße in die angrenzenden Wohngebiete verlagert hat.

Nur dann wird es für die Bezirksregierung nachvollziehbar sein, dass unter dem Gesichtspunkt des Jugendschutzes und des öffentlichen Anstandes gehandelt werden muss", so FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann.