Modernes Wohnen im Bauhaus-Jahr

Experimente im Bauhaus-Jahr : Wohnen wie in der Zukunft

Pünktlich zur Eröffnung des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus“ ist die Sanierung der Kunstmuseen Haus Esters und Haus Lange an der Wilhelmshofallee abgeschlossen.

Zwei Jahre lang wurde in den 90 Jahre alten Villen, die der berühmte Bauhaus-Architekt Mies van der Rohe gestalten ließ, fleißig gewerkelt und saniert.

„Wie möchten wir in Zukunft wohnen?“, stellt Museumsdirektorin Katia Baudin die Leitfrage beim Blick in die renovierten, aber leeren Räume der lichtdurchfluteten Villen.

Eine erste Antwort geben die Künstler, die sich vom heutigen Sonntag an in den beiden Häusern tummeln.

Die Künstlergruppe „Raumlabor Berlin“ hat im Haus Esters eine Sichtwand aus Sitzhockern aufgestellt. Sehr praktisch: Braucht man einen Stuhl, nimmt man ihn einfach aus der Wand heraus.

Im benachbarten Haus Lange eröffnen sich hingegen die Wohnwelten virtuell. Die Besucher erhalten eine VR-Brille, mit deren Hilfe die Visionen moderner Möbel buchstäblich vor den Augen der Brillenträger entstehen. Die Digitaltechnik macht´s möglich.

Das wäre wohl auch ganz im Sinne der Bauhaus-Architekten, die in ihrer Zeit Möbel im funktionalen Design entworfen haben.

„Anders Wohnen“ - unter dieses Motto haben Direktorin Baudin und ihre Kuratorinnen denn auch das erste Jahr nach der Sanierung gestellt. Studenten der Architektur werden sich intensiv mit den beiden Villen auseinandersetzen und ihre Erkenntnisse auch den Besuchern anschaulich zur Verfügung stellen.

Insofern lohnen sich mehrere Besuche in den beiden Museen. Denn im Laufe des Jahres werden die Arbeiten der Kreativen immer weiter voranschreiten. Architektur, Design und Kunst treffen dabei aufeinander. Sicherlich beziehen die Besucher dabei viele Impulse für die Frage nach der erwartbaren Wohnkultur der Zukunft.

Im Laufe der nächsten Monate werden weitere Ausstellungen und Einzelveranstaltungen folgen, die sich mit dem Gesamtthema beschäftigen.

Der Blick in die Zukunft des Wohnens passt zu den beiden Häusern. Denn in ihrer Erbauungszeit wirkten sie atemberaubend modern. „Es war ein Risiko, so etwas bauen zu lassen“, verweist Katia Baudin beispielsweise auf die damals unbekannten Flachdächer. Spötter glaubten, den Bauherren sei wohl das Geld ausgegangen. Aber es ging dem Architekten um eine neue Lebenskultur, die demokratische Gesinnung und Offenheit in der Gesellschaft zu Stein werden lassen sollte. Inklusive Mobiliar.

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