Mobilitätskonzept 2030 für Krefeld

Krefelds neues Verkehrskonzept : Sauberer, sicherer, schneller

Die Leitlinien für ein neues Verkehrskonzept der Stadt Krefeld sind formuliert. Ihre Realisierung wird das Leben in der Stadt verändern. Ziele: Sauberer, leiser, gesünder und sicherer.

„Wir stehen am Beginn eines Prozesses, der sehr komplex ist“, verdeutlicht Jürgen Wettingfeld, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Krefelder Stadtrat, die große Dimension der Aufgabe.

Schließlich geht es um nichts weniger, als die Umgestaltung des gesamten Krefelder Verkehrswesens innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Kurz gesagt: Öffentlicher Nahverkehr sowie Fahrradfahrer und Fußgänger sollen gefördert, die Autos zurück gedrängt werden. Im Zuge dessen soll auch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöht, die Zahl der Unfälle möglichst auf Null gesenkt werden. Dies alles soll auch die Belastungen der Umwelt mit Schadstoffen und Lärm senken und die Lebensqualität der Krefelder erhöhen.

Diese Ziele der Krefelder Politik sind nicht „von oben“ verordnet worden. Bereits seit einem halben Jahr stehen versierte Verkehrsplaner in der Diskussion mit den Politikern, dem Krefelder Expertenbeirat und der interessierten Öffentlichkeit, die sich rege an einer Ideenwerkstatt beteiligt hat.

Nun ist die erste Stufe des „Mobilitätskonzeptes“ abgeschlossen. Das heißt, die Ziele sind formuliert. Der Planungsausschuss und der Bauausschuss des Stadtrates haben sie beschlossen.

Die zweite Stufe ist die schwierigere. Sie nämlich beinhaltet die konkrete Umsetzung der Planungen. Das wird viele Veränderungen mit sich bringen, was Gewohnheiten, Straßenbau und Fahrpläne betrifft. Und es wird sicherlich viel Geld kosten.

„Es geht nicht um Ge- und Verbote“, präzisiert Jürgen Hengst, planungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, das Konzept. „Wir wollen die Autos nicht aus der Innenstadt verdrängen, sondern attraktive Angebote für andere Verkehrsmittel schaffen.“

Konkret denken die Planer und Politiker an einen Ausbau der Radwege und Radschnellverbindungen. Sowohl die Innenstadt wie auch die Stadtteile sollen mit dem Fahrrad rasch und problemlos erreichbar sein. Das werden viele Bürger begrüßen, die mit dem Rad schneller, billiger und gesünder ihre Besorgungen erledigen können.

Wesentlich sind aber auch Busse und Bahnen. Wobei nicht nur an die innerstädtischen Verbindungen gedacht ist, sondern auch an die Verbindungen zwischen den Nachbarstädten und sogar den Regionen. Jürgen Wettingfeld: „Die öffentlichen Verkehrsmittel machen 80 Prozent unserer Anstrengungen aus.“

Nicht zuletzt peilen die Politiker durch diese Veränderungen eine höhere Aufenthalts- und Wohnqualität an. Der Ostwall beispielsweise könnte wieder zur Flaniermeile werden. Die Innenstadt würde mehr Wohnungssuchende anlocken, was wiederum die Zahl der Einwohner stabilisieren würde. Viele öffentliche Plätze könnten begrünt und dadurch lebenswerter werden. Nicht zuletzt: Die Luft, die wir alle atmen, würde sauberer.

Auch die „große Politik“ wäre zufrieden. Die globalen Klimaziele, von der Staatengemeinschaft in Paris beschlossen, können schließlich nur erreicht werden, wenn die Städte vor Ort mitziehen.

„Wir halten die Leitlinien des Krefelder Mobilitätskonzeptes im Prinzip für machbar“, gibt sich Jürgen Hengst optimistisch. Das Jahr 2030 ist angepeilt. Dann sollen die Bürger erste Veränderungen sehen können.

Zur besseren Vernetzung des Mobilitätskonzeptes mit dem ebenfalls in Arbeit befindlichen Klimaschutzkonzept schlägt die FDP-Fraktion einen Lenkungsausschuss zur Koordination vor. FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann: „Die beiden Konzepte hängen inhaltlich eng zusammen.“ Dem Gedanken stimmen auch SPD und CDU zu.

Würden beide Konzepte auch tatsächlich Wirklichkeit, würde die Stadt Krefeld vom Jahr 2030 an ihr Gesicht und das Lebensgefühl ihrer Bürger spürbar verändern.

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