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Mit Geld Gutes tun: Immer mehr Anleger entdecken das Impact Investing

Messbare ökologische und soziale Verbesserungen : Mit Geld Gutes tun: Immer mehr Anleger entdecken das Impact Investing

Privatinvestoren stecken ihr Geld vermehrt in Finanzprodukte, die neben einer attraktiven Rendite auch messbare ökologische und soziale Verbesserungen zum Ziel haben. Das sogenannte Impact Investing kommt in Zeiten des steigenden Umweltbewusstseins aus seinem Nischendasein heraus und wird so zu einer Anlageform mit Zukunft.

Wie definiert sich Impact Investing?

Das wirkungsorientierte Investieren hat seine Wurzeln im US-Mäzenatentum. Der Begriff des „Impact Investing“ soll auf die Rockefeller-Stiftung zurückgehen, die ihn vor etwa zehn Jahren geprägt haben soll. Er steht für ein finanzielles Engagement, dass sich an den Sustainable Development Goals (SDG, „Ziele für nachhaltige Entwicklung“) der Vereinten Nationen orientiert. Zu diesen Zielen gehören die Bekämpfung der Armut, mehr Bildung, nachhaltige Energiegewinnung, sauberes Wasser und der Klimaschutz.

Dabei unterscheidet sich das Impact Investing von anderen nachhaltig geprägten Geldanlagen dadurch, dass es konkrete, messbare Ergebnisse liefern muss. Ein gutes Beispiel sind Investitionen in Startup-Unternehmen, die mit ihren Projekten gesellschaftliche Probleme angehen. Dabei setzen sie sich skalierbare Ziele und machen die Projektergebnisse öffentlich. So erfahren die Investoren beispielsweise, wie viel Megawatt mehr ein Projekt an Ökostrom gewinnen konnte, oder wie viel Elektroschrott aufgrund der Investitionen recycelt wurde.

Mehr als 228 Milliarden US-Dollar Marktvolumen

Die Investitionen in SDG-konforme Unternehmen, Organisationen und Fonds steigen an: Wie eine Marktstudie der OECD in Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung unlängst herausgefunden hat, besitzt der Markt für Impact Investing mittlerweile ein Volumen von über 228 Milliarden US-Dollar. Das ist weit mehr als die Summe, die an öffentlichen Geldern in die Entwicklungszusammenarbeit gesteckt wird – 147 Milliarden US-Dollar.

Impact Investing für Privatanleger

Wer sein Geld als Einzelperson wirkungsorientiert investieren will, legt es zurzeit am besten in einen entsprechenden Fonds an. Allerdings haben Anleger auf diesem Weg lediglich ein indirektes Kontroll- und Mitspracherecht – das direkte hat in der Regel der entsprechende Fondsmanager. Er kann auf Hauptversammlungen aktiv auf die Unternehmenspolitik Einfluss nehmen.

Sonst haben nur Großinvestoren die Möglichkeit, Firmenentscheidungen direkt und nachhaltig zu beeinflussen.

Berater können helfen

Wer ins Impact Investing einsteigen möchte, kann sich von spezialisierten Dienstleistern wie dem Steinbeis-Beratungszentrum oder SDG Investments beraten lassen. Vielleicht hat sich auch der eigene Bank- oder Sparkassenberater bereits mit dieser noch vergleichsweise jungen Anlageform befasst. Weitere mögliche Anlaufstellen sind Finanzdienstleistungsunternehmen wie tecis, die DVAG oder die MLP Finanzberatung SE.

So empfiehlt die tecis AG das Investment in Nachhaltigkeitsfonds, die in verantwortungsvoll wirtschaftende Firmen investieren. Dazu gehören vor allem Unternehmen, die den sogenannten ESG-Standards entsprechen: Die drei Buchstaben stehen für „Environment“ (Umwelt), „Social“ (Soziales) und „Governance“ (Unternehmensführung). Jeder dieser drei Bereiche umfasst bestimmte Kriterien, die ein Unternehmen erfüllen muss, um als nachhaltig agierend zu gelten. Laut tecis haben viele nachhaltig wirtschaftende Firmen das Zeug dazu, sich auf dem Aktienmarkt langfristig positiv zu entwickeln.