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Neue Kommissare: „Man weiß nie, was der Tag bringt“

Neue Kommissare : „Man weiß nie, was der Tag bringt“

Am 1. September nahmen zehn neue Kommissare ihren Streifendienst bei der Polizei in Krefeld auf. Dazu gehören auch Andre Rex und Andreas Chertov. Nun berichten sie von ihren ersten Eindrücken auf der Straße.

Die Straßen Krefelds kennen Andre Rex und Andreas Chertov wie ihre Westentasche. Schließlich sind beide hier aufgewachsen. Dass sie nun für Ordnung auf eben jenen Straßen ihrer Heimstadt sorgen dürfen, freut sie. Insgesamt zehn neue Kommissare, davon zwei Frauen, starteten am 1. September ihre Laufbahn bei der Krefelder Polizei - dazu gehören auch Andre Rex und Andreas Chertov. Und die beiden haben seitdem schon einiges erlebt - positiv wie negativ.

So meldete sich beispielsweise ein besorgter Vater per Telefon. Tagelang konnte er seinen alkoholkranken Sohn nicht erreichen. Chertov und ein Kollege drangen schließlich in die Wohnung des Vermissten ein und fanden diesen tot auf. „So eine Nachricht zu übermitteln, ist natürlich nicht schön“, sagt der 22-Jährige, der mit seinen Eltern als Kind aus Kasachstan nach Krefeld kam. Seine Russischkenntnisse sind ein Vorteil für ihn, wie er berichtet. „Ein Mann wusste nicht, dass ich verstehe, was er sagt. Er gab gegenüber einem anderen Mann eine Straftat zu. So haben wir ihn verhaften können.“

Ein Kumpel machte Andreas Chertov, der zunächst ein Jahr bei der Bundeswehr absolvierte, auf eine Info-Veranstaltung der Polizei in Krefeld aufmerksam. Dabei entdeckte er seinerzeit die Faszination für den Beruf.

Dass Andre Rex Polizist werden wollte, spürte er erst während seines Lehramtsstudiums für Deutsch, Geschichte und Sport in Essen. Er beendete das Studium jedoch zunächst und bewarb sich dann erst bei der Polizei. „Der Beruf bringt enorm viel Abwechslung mit sich, ist herausfordernd, man weiß vor dem Dienst eigentlich nie, was was der Tag bringen wird“, sagt er heute.

Die beiden Beamten wurden im Rahmen ihres dreijährigen Bachelorstudiums an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Duisburg ausgebildet. Die Ausbildung ist dreigeteilt, gliedert sich in Vorlesungen, Praktika und Trainingsphasen. Dabei erlernen die Anwärter beispielsweise den Umgang mit Schusswaffen und spielen Einsatzszenarios durch.

Andre Rex und Andreas Chertov machten ihr Praktikum in Krefeld, kennen die Behörde und die Kollegen seitdem bestens. Aus diesem Grund stand auf ihrer Wunschliste Krefeld auch ganz oben. „Gute Ortskenntnis ist natürlich ein großer Vorteil“, erläutert Polizeisprecherin Katrin Wentker.

Wohin es sie auf ihrem beruflichen Werdegang bei der Polizei einmal ziehen wird, wissen die Kommissare noch nicht. „Wir wollen erst einmal Erfahrungen im Streifendienst sammeln“, sagen beide unisono. Und so auch ihre Heimatstadt noch ein Stück sicherer machen...