1. Die Stadt

Märchen und Fantasy auf Burg Linn

Rotkäppchen und Co. : Märchenwelten auf der Burg

Wo könnte eine Märchenausstellung stilvoller untergebracht sein als auf Burg Linn? Sonntag eröffnet in dem Gemäuer eine Schau über Hexen, Zauberer und böse Wölfe.

„Den Tatort von vor drei Wochen hat man schnell vergessen“, resümiert Museumsdirektorin Dr. Jennifer Morscheiser, „aber die Jahrhunderte alten Märchen vergisst man nie.“ Ob „Rapunzel“ oder „Rotkäppchen“, ob „Tischlein deck dich“ oder „Frau Holle“. Sie bleiben fest verankert in unserem Gedächtnis.

Denn die fantastischen Geschichten berühren unser tiefstes Inneres, unsere Seele, unsere Ahnungen und geheimen Wünsche.

Kurator Ralf Stefan hat Gegenstände zusammengetragen, die die zentralen Aussagen unserer Märchenwelten veranschaulichen: die Spindel aus Dornröschen, den Wolf aus Rotkäppchen, das Hexenhaus aus Hänsel und Gretel. Zudem sind Prinzessinnenkleider gesammelt, die kleine Besucherrinnen auch gern einmal überziehen dürfen. Historische und aktuelle Märchenbücher liegen aus.

Hausmeister und Team der Burg Linn haben den Kurator eifrig unterstützt. So erwartet die Besucher schon am Burgfenster Frau Holle, die ihr weißes Kissen ausschüttet. Ebenso lässt am Burgturm Rapunzel ihren langen Zopf herab.

„Märchen mit ihren Drachen und Zauberern vermitteln uns die zutreffende Erkenntnis, dass die Welt nicht beherrschbar ist“, psychologisiert Bernhard Hennen. Der Autor millionenfach verkaufter Fantasy-Romane steht für die Erweiterung des Blickfeldes über das traditionelle Märchen der Brüder Grimm hinaus. Die modernen Fantasy-Bücher, die der Krefelder und seine Kollegen schreiben, entwerfen komplette Welten der Fantastik. Eine große Fangemeinde liebt diese sehr.

Hennen hat die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernommen, die in ihrem Titel viele Facetten des Übernatürlichen umfasst: „Sagenhaft! Zauberhaft! Märchenhaft! Von Phantasie bis Fantasy“.

Neben den anschaulichen Exponaten hat Dr. Morscheiser auch für erklärende Tafeln gesorgt, die Ordnung in die Vielfalt von Sagenwelt, Märchen und Fantasy bringen.

Somit entstand eine Ausstellung, die für die ganze Familie faszinierend ist; für „Erstleser“ wie auch für „Nostalgiker“, die sich an die Kindheit erinnern. Am Sonntag, 5. Mai, wird sie eröffnet. Zu sehen bleibt sie bis zum 2. Februar 2020.