1. Die Stadt

Lyrikfestival in der Krefelder Innenstadt

Festival in Krefeld : City wird zur Literaturmeile

Krefeld erlebt sein erstes öffentliches Lyrikfestival: unter freiem Himmel, zum Hören und Schauen, und sogar mit einer Beschwerdestelle, wenn Gedichte unverständlich waren oder nicht gefallen haben.

Wie wäre es, beim Bummel durch die Innenstadt einen Moment stehenzubleiben und ein Gedicht anzuhören? Nein, keines von Goethe. Sondern Verse aus unserer Gegenwart, geschrieben von Krefelder Autoren oder auch bundesweit bekannten Lyrikern. 

Das ist die Grundidee von Dr. Thomas Hoeps, dem neuen Leiter des Niederrheinischen Literaturhauses an der Gutenbergstraße. „Ich möchte Literatur in die Stadt tragen“, erklärt der Literaturmanager und legt vom 10. bis 14. November das erste öffentliche Krefelder Lyrikfestival auf. Titel: „Lyrik macht Stadt.“

Hoeps: „Wir bringen in der Innenstadt acht Hörstationen an“. Zwei auf dem Neumarkt, drei in der Hochstraße, auf dem Evangelischen Kirchplatz, auf dem Dionysiusplatz. Aus diesen Lautsprechern erschallen non-stop die Gedichte, eingelesen von den Autoren selber. „Dass man auch mal ihre Stimmen hört“, unterstreicht Hoeps. 

Zusätzlich haben sich Studenten der Hochschule Düsseldorf von den Gedichten zu kurzen Filmen inspirieren lassen. Die Kurzfilme laufen in der „Lyrikzentrale“, ein leeres Ladenlokal an der Königstraße 85. Sie ist an den Festivaltagen täglich von 10-18 Uhr geöffnet.

Überdies haben Designstudenten der Hochschule Niederrhein einzelne Gedichte in Plakatmotive umgesetzt. Fünf davon werden an Litfasssäulen der Stadt angebracht.

Ein besonderer Lyriktag wird der Samstag, 13. November. Dann tragen Passanten auf der Hochstraße öffentlich Gedichte vor. Von 12-16 Uhr ist in der „Lyrikzentrale“ eine „Gedichtbeschwerdestelle“ eingerichtet. Dort stehen Christoph Wenzel (12-14 Uhr) und Henning Heske (14-16 Uhr) bereit, um mit den Besuchern zu diskutieren: über Gedichte, die nicht gefallen haben oder die man nicht verstanden hat.

Heske, der selbst Dichter ist, hat übrigens die 17 Gedichte für das Festival auch ausgesucht. Sie stehen alle unter dem Generalthema „Großstadt“. Heske: „Ich habe Gedichte ausgewählt, die nicht älter als zehn Jahre und verständlich sind, aber Niveau haben.“

Beim Festival ist auch an die Kinder gedacht. Für sie (9-13 Jahre) wird am Donnerstag, 11. November, von 15-18 Uhr in der „Lyrikzentrale“ eine Schreibwerkstatt eingerichtet. Anmeldung dazu unter Tel.: 154 37 66 oder literaturhaus@krefeld.de 

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Und alle Besucher der Stadt können an den Festivaltagen immer in der Lyrikzentrale vorbeischauen. Hier liegen auch die Lyrikbände der Dichter aus.