Kunstmuseen Krefeld

KWM-Jahresprogramm 2019 : Krefeld mitgedacht

Die Wiedereröffnung der Häuser Lange und Esters nach langer Sanierungsphase steht an. Die Krefelder Kunstmuseen verbinden dieses Ereignis mit inhaltlicher Umgestaltung und einem Jahresprogramm zur Erinnerung an 100 Jahre Bauhaus in Krefeld.

"Das ist einer der wichtigsten Beiträge zum Jubiläumsjahr", begeistert sich Stadtmarketingsleiter Uli Cloos über das neue Programm der Kunstmuseen. Und zu Museumsdirektorin Katia Baudin gewandt: "Danke, dass Sie immer Krefeld mitdenken."


Schließlich ist Krefeld eines der Zentren der landesweiten Erinnerung an 100 Jahre "Bauhaus"; dem Namen für die legendäre Neuausrichtung von Architektur und Kunst in der Frühzeit der Moderne.


Und in der Tat haben Katia Baudin und ihr Team das "Bauhaus" in ihr neues Jahresprogramm 2019 deutlich eingewoben.


Das beginnt schon Mitte März mit der Wiedereröffnung der beiden Kunstmuseen Haus Lange und Haus Esters an der Wilhelmshofallee. Beide Häuser mit ihren klaren Linien und breiten Fensterfronten waren von Bauhaus-Architekt Mies van der Rohe ursprünglich als Wohnhäuser gedacht gewesen. Nun sollen die Besucher von Haus Lange mittels digitaler VR-Brille (Virtuelle Realität) den ehemaligen Wohnzimmercharakter hautnah erleben dürfen. Im Nachbarhaus Esters gestalten Künstler und Designer aus aller Welt die Räume abwechselnd mit ihren Installationen.

Und im Juli wird sogar der angrenzende Garten künstlerisch gestaltet. Alle diese Aktionen stehen unter dem Motto "Anders wohnen" und sollen unsere Wohnkultur der Zukunft ins Auge fassen. Der Reigen der Veranstaltungen und Ausstellungen beginnt am 17. März und endet erst im Januar 2020.


Fast zeitgleich überraschen die Kuratorinnen Dr. Magdalena Holzhey und Dr. Sylvia Martin mit einer großen Bauhaus-Ausstellung im Kaiser-Wilhelm-Museum am Joseph-Beuys-Platz. "Es wird schöne Werke zu sehen geben", weckt Dr. Holzhey die Neugierde. Diese Werke werden ausschließlich aus der eigenen Sammlung der Krefelder Kunstmuseen bestehen und jeweils einen Bezug zum "Bauhaus" haben. Direktorin Baudin: "Wir zeigen Werke der Bauhaus-Meister wie Kandinsky oder Paul Klee sowie der Vorläufer des Bauhauses." Eine ganze Etage räumen die Kuratorinnen dafür frei. Die Ausstellung beginnt am 7. Juni und läuft bis zum Jahresende.


Zwischenzeitlich präsentiert Kuratorin Constanze Zawadzky die lettische Künstlerin Ola Vasiljeva, die sich den weiblichen Designern der frühen Moderne widmet. Das Kaiser-Wilhelm-Museum sammelte von seiner Gründung 1897 an auch Design und Kunsthandwerk. Deshalb hat die Künstlerin diesen Teil der Krefelder Sammlung inspiziert und ihre Kunst darauf bezogen. Diese Ausstellung mit dem Titel "Ola Vasiljeva und der Werkbund" beginnt am 29. März und endet am 22. September.


Zum Schluss des Bauhaus-Jahres thematisiert das Kaiser-Wilhelm-Museum noch die Moderne selbst. War sie wirklich eine Abkehr von Traditionen? "Zum ersten Mal untersucht diese Ausstellung den Einfluss lokaler volkstümlicher Traditionen", kündigt Kuratorin Katia Baudin an. Die Ausstellung "Die Rezeption volkstümlicher Traditionen im Zeitalter der Moderne" wird das zweite Obergeschoss in Anspruch nehmen und beginnt am 10. November.


Mit ihrem Jahresprogramm präsentieren die Krefelder Kunstmuseen viele Werke aus dem eigenen Bestand, die man lange nicht gesehen hat; zugleich statten sie dem "Bauhaus" ihre Referenz ab. Schließlich ist Krefeld eine der zentralen Orte des Bauhaus-Erinnerns 2019.

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