1. Die Stadt

Kulturinstitute wenden sich per Videoclip an die Bürger

Krefelds Kulturinstitute : Kontaktpflege per Videoclip

Not macht erfinderisch. Dieser Spruch aus dem Volkmund bewahrheitet sich auch in der Corona-Krise.

Immer mehr Kultureinrichtungen der Stadt kontaktieren ihr Publikum über Video-Clips.

„Die Kultureinrichtungen der Stadt möchten in der Zeit der Schließung wegen Corona den Kontakt zu ihrem Zielpublikum halten“, erklärt Initiator Dirk Senger vom städtischen Presseamt, der die Aktion mit Unterstützung seines Kollegen Martin Kramer auch koordiniert.

So hat das Museum Burg Linn einen Bastelbogen auf sein Facebook-Portal gestellt. Eltern können ihn mit ihren Kindern ausdrucken, die Teile ausschneiden und selber eine Burg nachbauen. Das bringt den Familien in der Wohnung Beschäftigung und dem Museum Aufmerksamkeit.

Die Mediothek, die wie alle anderen Institute ebenfalls geschlossen ist, postet auf ihrer Facebook-Seite „Erklärvideos“. Darin erfahren die Zuschauer, wie sie die umfangreiche Online-Ausleihe vom heimischen Laptop aus nutzen können. Wertvoll vor allem für Schüler.

Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums in Linn, hat sich auf eine traditionsreiche Fertigkeit besonnen: Sie bereitet gerade Häkelanleitungen vor, bei denen man lernt, Gemüsenachbildungen aus Stoff zu fertigen. Der „Sendetermin“ steht noch nicht fest.

„Empfehlenswert für alle ist auch unser 100-Teile-Puzzle“, gibt Martin Kramer einen wertvollen Tipp für alle, die das Haus hüten. Das virtuelle Puzzle ist browserbasiert. Mit der Computermaus kann der Nutzer die einzelnen Teile wie mit eigener Hand aufnehmen und einsetzen. Auch Abspeichern ist möglich, um das unfertige Bild zu einem späteren Zeitpunkt zu vollenden. Jeden Tag wird ein neues Puzzle auf dem Stadt-Krefeld-Portal hochgladen.

Auch reine Audio-Produktionen sind online. Passend zur aktuellen Märchen-Ausstellung auf Burg Linn, die momentan keiner sehen kann, sind Lesungen von derzeit 12 Märchen abrufbar, eingelesen von Mitarbeitern der Burg Linn. „Demnächst wollen wir die Lesungen durch Videos ergänzen“, gibt Kramer, der sich vor allem um die technische Umsetzung kümmert, einen Einblick in den Produktionsprozess.

Überdies hat die Stadt auf ihrer Homepage (www.krefeld.de) eine eigene Rubrik unter dem Titel „Kreativraum“ eingerichtet, in der die Beiträge der Institute ebenfalls abrufbar sind.

Unabhängig von der Stadt sind auch einzelne Kirchengemeindendazu übergegangen, geistliche Impulse ins Internet zu stellen, da die sonntäglichen Gottesdienste ja ausfallen müssen. Die Pfarrei St. Augustinus in Oppum hat am vergangenen Sonntag sogar einen ganzen Gottesdienst im Internet übertragen. Bis Ostern will die Gemeinde diesen Dienst jeden Sontag um 11 Uhr weiterführen (www.augustinus-krefeld.de). „Besondere Zeiten erfordern kreative Lösungen“, bekräftigt Pfarrer Hans Russmann.

Solcher Lösungen per Mail, Video oder streaming bedienen sich nun auch Schulen und selbst einzelne Fachbereiche der Hochschule Niederrhein. Virtueller Unterricht ist eben besser als gar keiner. Wie gesagt: Not macht erfinderisch.