1. Die Stadt

Kriminalität geht in Krefeld kontinuierlich zurück

Corona beeinflusst Raub und Diebstahl : Rückgang der Kriminalität

Polizeipräsidentin Christine Frücht legt die Kriminalstatistik des Jahres 2020 für Krefeld vor. Insgesamt ging die Zahl der Straftaten zurück. Das lag auch an der Corona-Pandemie. Aber immer noch gibt es in manchen Bereichen erschreckende Entwicklungen.

Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die Kriminalität: „Die einfachen Diebstähle sind ebenso zurückgegangen wie Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und öffentlichen Plätzen“, blickt Polizeipräsidentin Christine Frücht in die Kriminalstatistik des Jahres 2020.

Andererseits sind durch Corona neue Betrugsmaschen hinzugekommen: unberechtigte Aneignung von staatlichen Hilfsgeldern und vor allem betrügerische Besuche oder Anrufe von falschem Gesundheits- und Klinikpersonal bei meist älteren Menschen.

Insgesamt ist die Zahl der kriminellen Straftaten im Jahre 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Und das ist ein erfreulicher Trend: „Die Zahl ist seit sechs Jahren kontinuierlich rückläufig“, vermerkt Christine Frücht.

Das bedeutet nicht, dass es in einzelnen Bereichen nicht erschreckende Auswüchse gäbe. Besonders bei den Sexualstraftaten. Diese sind von 157 Fällen im Jahr 2019 auf 244 Fälle im vorigen Jahr angestiegen. Das liegt in erster Linie am steilen Anstieg der Fälle im Bereich kinderpornografischen Bildmaterials. Diese Fälle haben sich von 27 im Vorjahr auf 49 erhöht. Die Polizei konnte 95 Prozent der Delikte aufklären. 

Aber auch Vergewaltigungen verzeichnete die Polizei erheblich mehr als im Vorjahr: die traurige Zahl stieg von 16 Fällen auf 39 Fälle. Die Polizei konnte 84 Prozent aufklären.

Die Gewaltkriminalität insgesamt nahm einen Umfang von 705 Delikten an. Dabei handelte es sich in 475 Fällen um gefährliche und schwere Körperverletzungen auf offener Straße. Die Polizei konnte 76 Prozent aller Gewalttaten aufklären; das ist etwas mehr als im Vorjahr.

Wenn die Straßenkriminalität auch leicht zurückging, werden doch in Krefeld immer noch viele Fahrräder gestohlen. 2020 waren es 1100 Räder. Auch die Zahl der Beschädigungen von Autos ist beträchtlich: 855 Fälle. Von den insgesamt 4899 Straftaten im Bereich Straßenkriminalität konnte die Polizei nur 702 aufklären, das sind lediglich 14,3 Prozent.

Niedrig ist die Aufklärungsquote auch bei den Wohnungseinbrüchen. Sie beträgt nur 10,4 Prozent. 301 mal wurden Krefelder Wohnungen aufgebrochen und 276 Versuche dazu unternommen. Das ist ein wenig mehr als im Vorjahr (279 Einbrüche). 

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Was Polizisten stets besonders an die Nieren geht, ist neben Mord und Totschlag der sexuelle Missbrauch von Kindern. In Krefeld wurden 37 solcher Fälle bekannt mit 40 kindlichen Opfern. Sie waren zwischen sechs und 14 Jahre alt. Die Aufklärungsquote betrug fast 73 Prozent. Dazu Kriminaldirektor Rüdiger Korp: „Jeder nicht geklärte Fall ist einer zu viel. Eine eigene Ermittlungsgruppe der Krefelder Polizei wird sich deshalb künftig noch intensiver der Bekämpfung widmen“.