1. Die Stadt

Krefelds Stadttheater präsentiert Wagners Walküre in einem Akt

Im Oktober starten Oper und Revue : „Gastauftritt“ Angela Merkel

Trotz Corona macht das Stadttheater wacker weiter mit seinem (Not-)Programm. Am Sonntag feiert Richard Wagners Walküre Premiere. Mitte Oktober folgt eine Corona-Revue mit prominenten „Gastauftritten“.

 Die Musiksparte präsentiert am Sonntag, 4. Oktober, die Premiere von „Die Walküre - 1. Akt“. Schon der Titel verrät, dass Richard Wagners Monumentalwerk wegen der zeitlichen Beschränkung nicht zur Gänze gespielt werden kann, sondern nur eine kammermusikalische Version für zwei Klaviere, Cello und Schlagzeug.

Dennoch fasst Regisseur Ulrich Proschka eine in sich geschlossene Inszenierung ins Auge. Ausgehend von der Beobachtung, dass Wagner den „sprechenden Blicken“ der Sänger größte Bedeutung zumisst, hat er das Corona-bedingte Kontaktverbot zur Grundlage seiner Interpretation erhoben. Die Beziehungen zwischen den Akteuren Sieglinde, Siegmund und Hunding sollen gerade durch die Vermeidung von körperlichen Kontakten ihre Intensität gewinnen.

Unterstützt wird die Figurenführung der Sängerin und der beiden Sänger durch eine Kulisse, die Ausstatter Udo Hesse besorgt hat. In einem großen Tisch steckt das Schwert, das Hunding nicht herausziehen kann. Wer dies aber schafft, bekommt Sieglinde zur Frau. Siegmund wird sich als solch starker Mann erweisen, der damit Sieglinde die Befreiung von Hunding ermöglicht. Doch Sieglinde und Siegmund müssen sich schließlich als Geschwister erkennen.

In diesem ersten Akt der „Walküre“ durchleuchtet die Musik die ganze Psychologie der drei mystischen Personen. Deshalb bildet er einen der Höhepunkte im „Ring“ und kann in einer Stunde durchgepielt werden - Corona-gerecht.

Die Aufführungen: 9. Oktober; 3., 11., 15., 21. November.

„Alle maskiert!“

Das Theater muss sich nicht nur an die Corona-bedingten Beschränkungen halten, sondern thematisiert diese Beschränkungen auch selbst. Und zwar durch die Eigenproduktion „Alle maskiert!“, eine musikalische und ironische Revue. Sie hat am 11. Oktober Premiere im Krefelder Stadttheater.

Autor ist Ulrich Proschka, der in „Walküre- 1. Akt“ Regie führt. Unter der Regie von Helena Jackson lässt er nun vier Sängerinnen und Sänger (Debra Hays, Gabriela Kuhn, Markus Heinrich und Matthias Wippich) in 23 Rollen auftreten, die alle auf unterschiedliche Weise mit der Pandemie und ihren Auswirkungen befasst sind. Dabei darf sich das Publikum sogar auf prominente „Gastauftritte“ von Angela Merkel, Markus Söder oder dem Virologen Dr. Vorsten freuen. Rasant soll es in der Revue zugehen, vor allem auch mit beliebter Musik so unterschiedlicher Komponisten wie Johann Strauß, Mozart, Wagner, Gilbert&Sullivan sowie Friedrich Holländer. Selbst Hildegard Knef fehlt in der musikalischen Reihe nicht.

Nach der Premiere am 11. Oktober sind die weiteren Aufführungen geplant: am 13., 14., 25. Oktober; 4., 20. November; 6., 28. Dezember.