1. Die Stadt

Krefelds Innenstadt soll grüner werden

Wie Krefeld verändert wird : Mehr Natur in der Stadt

Das Gesicht Krefelds soll sich verändern: Grüner, klimafreundlicher und sozialer soll vor allem die Innenstadt werden. Und das alles ohne neue Schulden. So plant es die politische Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP.

„Unsere Stadt braucht ein funktionierendes Zentrum“, gibt Benedikt Winzen die Denkrichtung vor. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat hat sich deshalb mit seinen politischen Partnern Grünen und FDP auf einen neuen Haushaltsplan geeinigt, der erhebliche Veränderungen mit sich bringen wird. 

„Wir wollen den Von-der-Leyen-Platz und den Beuys-Platz mit mobilen Grünelementen nachrüsten“, gibt die Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion Julia Müller ein Beispiel für die naturnähere Gestaltung der Innenstadt. Überdies sollen kleine brachliegende Stellen in „Westentaschenparks“ mit Trinkwasserspendern verwandelt werden. „In Hochbeete kann man essbare Pflanzen einsetzen, um die sich Paten kümmern, um das Thema Ernährung in die Stadt zu tragen“, treibt Julia Müller die Planung weiter voran.

Benedikt Winzen erläutert die Großprojekte, die Umwelt und Soziales verbinden: „Auf dem Dr.-Hirschfelder-Platz, der heute als Parkplatz dient, wollen wir eine Kita mit Familienzentrum errichten. Der Rest des Platzes wird entsiegelt.“ Auch der Max-Petermann-Platz in der Innenstadt soll entsiegelt und begrünt werden; gleiches gilt für den Willy-Göldenbachs-Platz, der heute noch zur Hälfte als Parkplatz dient.

„Wir werden den Dionysius-Platz zum zentralen Veranstaltungsplatz entwickeln“, ergänzt FDP-Chef Joachim C. Heitmann. Als erstes soll der Wochenmarkt vom Westwall zum Dio-Platz umziehen. Dessen ehemaliger Bereich könne dann begrünt, der jetzige Parkverkehr auf dem Westwall ins Parkhaus unterm Rathaus umgeleitet werden.

Generelle Zielsetzung all dieser Maßnahmen ist zum einen die Steigerung der Attraktivität und Wohnlichkeit der Innenstadt, zum anderen der Wunsch, die erstrebte Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen.

Thorsten Hansen, Co-Fraktionschef der Grünen, weist zudem auf den baldigen Start der „Smart-City-Initiative“ zur Digitalisierung hin. „Die Beteiligung der Bürger an der Stadtenwicklung ist wesentlicher Bestandteil der Veränderungsprozesse“, betont Hansen zudem. Deshalb soll eine Beteiligungsagentur eingerichtet werden, wo die Bürger ihre Anliegen und Vorschläge einbringen können.

Das politische Bündnis aus SPD, Grünen und FDP hat den Haushaltsentwurf 2022 von Kämmerer Ulrich Cyprian um viele Punkte verändert; u.a. um zusätzliche Stellen, soziale und kulturelle Fördermaßnahmen. Dennoch sind sich die Politiker sicher, dass dieser und auch die folgenden Haushalte bis 2025 Überschüsse erwirtschaften. Benedikt Winzen: „Wir setzen den Weg der Haushaltsdisziplin konsequent fort.“