Krefelder Radfahr-Konferenz

Verkehrskonzept für Krefeld : Projekt Radschlag 2023

Herrscht Stillstand im Umbau des Krefelder Verkehrs? Ja, sagen die Kritiker. „Krefeld zehrt von den Errungenschaften der 90er Jahre“, bemängelt ADFC-Chef Andreas Domanski. Die dritte Fahrrad-Konferenz am Donnerstag, 10. Oktober, soll weitergehende Impulse setzen.

Im Jahre 2023 feiert Krefeld sein großes Jubiläum: 650 Jahre Stadtrechte. „Wir wollen dieses Fest als mobilitätsfreundliche Stadt begehen“, setzt sich Karl-Heinz Renner ein ehrgeiziges Ziel.

Der bekannte Radfahr-Aktivist übersieht nicht die Errungenschaften, die Krefelds Politik auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren und entspannteren Stadt bereits geleistet hat: „Krefeld hat 13 Fahrradstraßen ausgewiesen, viele Einbahnstraßen wurden für den Radverkehr in entgegengesetzter Richtung geöffnet und Furten wurden farbig markiert.“

Doch dies seien meist Maßnahmen der 90er Jahre. Seitdem geschehe nicht mehr viel. Andreas Domanski, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs in Krefeld, ergänzt: „Mit dem Elektroauto allein ist der Verkehrskollaps nicht zu verhindern.“

Renner und Domanski schweben weitere Schritte vor: „Wir brauchen komfortable und sichere Radachsen durch die Innenstadt und zu den Stadtteilen.“ Die heute ausgewiesenen Fahrradstraßen seien oft holprig und an den Rändern zugeparkt, als Radachsen kaum zu erkennen.

„Für Wohnhäuser brauchen wir eine Fahrradabstellsatzung“, fordert Renner. Das bedeutet, jedes neu gebaute Mehrfamilienhaus müsste sichere und schwellenfreie Garagen für Fahrräder vorhalten.

Das dies alles keine Utopien sind, werden qualifizierte Referenten belegen, die zur öffentlichen Konferenz „3. Krefelder Radschlag“ am Donnerstag, 10. Oktober, im Südbahnhof an der Saumstraße sprechen werden.

Dabei geht es schwerpunktmäßig um Fahrradstraßen und Fahrrad-freundliche Wohnungswirtschaft in der Stadt. Außerdem verleiht der ADFC einen Preis für das Fahrradprojekt des Jahres und das Publikum kommt mit Experten ins Gespräch. Beginn ist um 18 Uhr.

Zum aktuellen Stand des Krefelder Mobiliätskonzeptes referiert der Kasseler Verkehrsplaner Michael Volpert. Das Mobilitätskonzept, das die Krefelder Politik erarbeitet, schätzt auch Karl-Heinz Renner sehr: „Mit dem Mobilitätskonzept ist Krefeld auf gutem Wege.“ Schließlich haben sich alle Parteien im Stadtrat dazu bekannt, die umweltfreundlichen Verkehrsarten zu stärken.

Jetzt käme es allerdings auf die konkrete Umsetzung an, insbesondere auf Weichenstellungen im städtischen Haushalt und eine entsprechende Personalausstattung in den zuständigen Ämtern. Karl-Heinz Renner ist da ganz guter Hoffnung.

Vielleicht macht sich Krefeld ja zum 650. Geburtstag ein Geschenk für die nächsten 100 Jahre.

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