Krefeld: Krefelder Mies-Bauten locken Forscher an

Krefeld : Krefelder Mies-Bauten locken Forscher an

Die Gebäude, die der berühmte Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe Mitte der 1930er Jahre an der Girmesgath errichtet hat, werden für mehrere Millionen Euro behutsam saniert. Jetzt interessieren sich auch die RWTH Aachen und internationale Künstler dafür.

Mitte der 1930er Jahre: Die Verseidag war ein prosperierendes Krefelder Unternehmen aus Wachstumskurs. Für ihre neue Weberei an der Girmesgarth heuerten die kunstsinnigen Firmenchefs

Esters und Lange einen der damals berühmtesten und innovativsten Architekten Deutschlands an: Ludwig Mies van der Rohe.

Die Gebäude, die der Bauhaus-Star entwarf, überstanden den Krieg und werden zurzeit von der Mies van der Rohe Business Park GmbH Stück für Stück denkmalgerecht instand gesetzt.

Dabei helfen alte Baupläne, die tief im Inneren eines verstaubten Schranks 80 Jahre lang schlummerten und zufällig wiederentdeckt wurden - ein Glücksfall für die Wissenschaft. In den geräumigen Hallen sollen in einigen Jahren wieder Firmen einziehen, in Nachbargebäuden wären eine Kletterhalle und Gastronomie möglich.

Das Projekt führt jetzt auch hochkarätige Architekturforscher der RWTH-Aachen mit ihren Studenten nach Krefeld: Prof. Norbert Hanenberg und Dr. Daniel Lohmann. In tagelanger Messarbeit nahmen die Studenten aktuelle Baupläne der sogenannten Shedhallen auf - sie können nun mit den Original-Entwürfen aus den 1930er Jahren verglichen werden.

Die ursprünglichen Mies-Pläne für die Krefelder Bauten konnten die Forscher im New Yorker Museum of Modern Art (MoMa) einsehen. Dort liegt der Nachlass von Mies, der 1938 in die USA ausgewandert war.

Zurzeit die Künstler Dominique Müller und Fabian Wegmüller (aus Paris und Zürich) mit einer Kamera auf dem Gelände unterwegs. Sie drehen einen Film über bedeutende Mies-Bauten, der ab 10. April Teil einer großen Mies-Ausstellung im niederländischen Heerlen (direkt hinter Aachen) sein soll. Auch Modelle der Krefelder Mies-Bauten werden im dortigen Glaspaleis zu sehen sein.

(City Anzeigenblatt Krefeld II)
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