1. Die Stadt

Krefelder Kulturfamilie steht zusammen

Hilfsfonds in der Pandemie : „Kulturfamilie steht zusammen“

In der Corona-Pandemie hat die Stadt Krefeld ihre Kulturschaffenden mit 200.000 Euro unterstützt. Der Zusammenhalt hat sich verstärkt.

Mit dem Kulturhilfsfonds hat die Stadt Krefeld seit September mehr als 200.000 Euro an Künstler, Kulturschaffende und Veranstalter ausgeschüttet, die stark unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden.

Insgesamt wurden 48 Anträge positiv beschieden. Mehr als die Hälfte des Fördergeldes ersetzt Einnahmeausfälle und Kostensteigerungen, die im Zuge der Pandemie entstanden sind.

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Doch fast 90.000 Euro sind auch in konkrete Projekte und Investitionen geflossen, zum Beispiel in einen virtuellen Atelierrundgang oder in spezielles Bühnen-Equipment für Gastspiele außerhalb des eigenen Theaters.

 Oberbürgermeister und Kulturdezernent Frank Meyer: „Viele von uns leiden im Moment fast körperlich darunter, dass wir weitgehend ohne Kultur auskommen müssen. Aber für die Kulturschaffenden selbst sind die Folgen der Pandemie noch weitaus gravierender – sie sind in ihrer beruflichen Existenz gefährdet. Die Hilfe der Kommune mag da wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirken, aber sie ist ein wichtiges Signal, dass die Kulturfamilie in Krefeld zusammensteht. Ich hoffe, dass wir unseren Teil dazu beitragen, dass nach Corona ganz viele Türen wieder aufgehen, die heute geschlossen bleiben müssen“.

Der Kulturhilfsfonds ist aus Gesprächen entstanden, die im Sommer zwischen Kulturpolitikern, Vertretern der Stadtverwaltung und der Initiative „Wir müssen reden!“ geführt wurden. Im Ergebnis beschloss der Stadtrat am 20. August mit breiter Mehrheit die Gründung des Kulturhilfsfonds. Eine Jury, bestehend aus der städtischen Kulturbeauftragten Dr. Gabriele König, der jeweiligen Vorsitzenden des Kulturausschusses, dem Krefelder Kulturrat und einem Vertreter von „Wir müssen reden“, entschied von September bis Dezember in monatlichen Sitzungen über insgesamt 73 eingegangene Anträge.

Auch die Vertreter der freien Szene blicken positiv auf die Ergebnisse: „Es ist enorm, was wir hier gemeinsam erreicht haben. Dieser städtische Fonds ist alles andere als selbstverständlich, und er hat unheimlich vielen Menschen Mut gemacht und ihnen gezeigt, dass ihre Arbeit gesehen und gehört wird“, betont Kolja Amend von der Initiative „Wir müssen reden“.

Amend ist zugleich Vorstandsvorsitzender des Vereins Provinzgiganten, der den Adventskalender „Krefelder KulTÜRchen“ im Internet realisiert, auch dies mit Unterstützung der Stadt in Höhe von 78.000 Euro.

 Kulturbeauftragte Dr. Gabriele König: „Wenn man Corona etwas Positives abgewinnen kann, dann, dass Leute miteinander ins Gespräch gekommen sind und die eindrucksvolle Vielfalt der Krefelder Kultur deutlich wurde. Einen solchen Austausch unter allen Akteuren aus Kulturszene, Politik und Verwaltung hat es in dieser Intensität vorher nicht gegeben. Auf dieses gute Miteinander können wir künftig sicher aufbauen“.