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Krefelder Kinderschutzbund richtet Trauergruppen ein

Neu: Trauergruppe für Kinder : „Die Engel sollen Papa zurückschicken“

Der Krefelder Kinderschutzbund richtet Trauergruppen für Kinder und Jugendliche ein. Darin können die jungen Teilnehmer ihre Gefühle ausdrücken und aussprechen.

„Sag den Engeln, sie können Papa jetzt zurückschicken“, machte sich ein kleines Kind Hoffnung, den verstorbenen Vater wiederzusehen. „Kinder begreifen erst mit 7 oder 8 Jahren, was Endgültigkeit bedeutet“, erklärt Heike Dufeu, ausgebildete Trauerbegleiterin.

Zusammen mit der Kunstherapeutin Katrin Petri leitet sie die Trauergruppe „Wolkenanker“, die der Krefelder Kinderschutzbund jetzt neu einrichtet.

„Wir richten zwei Gruppen ein“, erläutert Katrin Petri, „eine Gruppe für Kinder von 5 bis 11 Jahren und eine zweite für Teenager.“ Die Gruppen treffen sich alle zwei Wochen jeweils mittwochs von 15 bis 17 Uhr.

„Es geht darum, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Trauer verarbeiten können“, erklärt Dietmar Siegert, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes. Wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterkind oder eine andere Bezugsperson gestorben ist, bleibt bei Kindern oft ein großes Fragezeichen in ihrer Seele zurück.

„In der Trauergruppe treffen sie auf Kinder, die Ähnliches erlebt haben“, unterstreicht Heike Dufeu den wohltuenden Charakter der Gruppen. „Die jungen Teilnehmer können bei uns ihre Gefühle ausdrücken“, ergänzt Katrin Petri. Sie unterbreitet altersgerechte Angebote, um die Kinder und Jugendlichen zu Gesprächen anzuregen. Dazu gehören Bastelarbeiten, wie beispielswiese die Bemalung von Grablichtern, aber auch Kochen oder Bewegungsspiele. Es darf geweint, aber auch gelacht werden. „Man darf alle Gefühle zeigen, was in anderen Kreisen nicht so leicht möglich ist“, erklärt Heike Dufeu. Denn manche Kinder wollen den verbliebenen Elternteil nicht belasten und schweigen deshalb. Die Freunde haben vielfach kein Verständnis.

Entstanden ist die Idee, Trauergruppen einzurichten, in Anlehnung an die erfolgreichen Gruppen für Kinder krebskranker Eltern. Diese treffen sich regelmäßig im Zentrum für Frühe Hilfen des Kinderschutzbundes an der Friedrich-Ebert-Straße. Dort stehen Bastel-, Spiel- und Snoezelräume zur Verfügung. Dort werden sich auch die Trauergruppen treffen.

„Wer Interesse an einer Teilnahme an den Trauergruppen hat, sollte sich an uns wenden und ein erstes Gespräch zum Kennenlernen vereinbaren“, ermuntert Kinderschutzbund-Sprecherin Antje Siegert die Erziehungsberechtigten, ihre Kinder zu melden. Die Teilnahme an den Gruppen ist kostenlos.

Kontakt über E-mail: info@kinderschutzbund-krefeld.de