Krefelder Frühjahrskirmes mit Feuerwerk

Gespräch mit Schaustellern und Platzmeister : Hinter den Kirmes-Kulissen

Bis 26. Mai lockt die große Frühjahrskirmes auf den Sprödentalplatz. Wir sahen uns um und sprachen mit Schaustellern und Platzmeister.

Auf dem Sprödentalplatz ist ein neuer Stadtteil entstanden. Ein Stadtteil der schrillen Vergnügung. So scheint es einem, wenn man die endlos wirkenden Gassen durch die Fahrgeschäfte der Krefelder Kirmes abschreitet. Eine eigene Stadt im Kleinen.

„120 Fahrgeschäfte und Stände sind hier versammelt“, erklärt Platzmeister Detlef Könkes stolz. Und mehr noch: „Die Anordnung ermöglicht ein Höchstmaß an Aufenthaltsqualität“, ergänzt Schausteller Rudolf Edling.

Da liegt sein Gastronomiebetrieb gleich gegenüber des schwindelerregenden Höhenkarussels „G-Force“. So können sich die Eltern in aller Ruhe ein Bierchen gönnen, während sich ihre Sprösslinge in 23 Meter Höhe und im 120 Grad-Winkel durch die Lüfte drehen lassen.

„Die Beine baumeln dabei frei“, lacht Betreiber Josef Kollmann, „das gibt nochmal ein spezielles Fluggefühl.“ Wer glaubt, nur hartgesottene Jugendliche setzten sich solch rasantem Abenteuer aus, irrt. „Wir hatten schon einen 80-Jährigen als Passagier“, erinnert sich Kollmann, „der fand die Fahrt einen Hammer.“ Auch Kinder ab 1,40 Meter Körpergröße dürfen mitfahren. „Für Kinder haben wir die Fahrt noch nie anhalten müssen“, tritt Kollmann elterlichen Befürchtungen entgegen, „für einen 16-Jährigen schon einmal.“ Ihm wurde schlecht.

Solch zarteren Gemütern, die bei Riesenrad, „Big Monster“ oder der riesenhaften Höhenachse namens „Apollo 13“ dankend abwinken, bietet die große Kirmes auch eine Fülle von Spaßerlebnissen am Boden.

Da gastiert beispielsweise eine der größten Geisterbahnen Deutschlands mit gleich zwei Etagen. Außergewöhnlich auch der „Piraten-Fluss“, eine Wildwasserbahn mit nicht weniger als 230.000 Liter Wasser im Arreal. Es dauert gut sechs Stunden, bis nach Kirmesende alles Wasser wieder im Kanal abgelassen ist.

Das wichtigste Thema für die Schausteller ist Sicherheit. „Mein Schlager-Express wird einmal im Jahr komplett einer Röntgenaufnahme unterzogen“, erklärt Schausteller Detlef Dreßen. Dabei sichten die Prüfer im Material selbst kleinste Risse. Nur wenn alles in Ordnung ist, erhält er die Zulassung für ein weiteres Jahr.

Zusätzlich ist jeden Morgen Selbstkontrolle angesagt. „Das dauert bei uns schon zwei Stunden“, verdeutlicht Josef Kollmann die Akribie. Jeden Kontrollgang hält er schriftlich fest.

Alles notwendig, damit wir Besucher sorgenfrei unseren Spaß haben.

Wie eigentlich leben die Kirmes-Schausteller?

„Unsere Familie ist Schausteller in der siebten Generation“, erklärt Ute Römges, Vorsitzende des Krefelder Verbandes, „ meine Mutter betreut schon seit 60 Jahren das Kinderkarussell. Viele heutige Eltern hat sie bereits als Kinder gekannt.“ Trotzdem ist die Familie bodenständig. „Wir leben in Krefeld“, sagt Ute Römges, „von hier aus beschicken wir die Kirmesplätze in der Region.“ Andere Familien hingegen reisen mit dem Wohnwagen von Stadt zu Stadt. Die Kinder werden in eigenen Schulmobilen von Lehrern aus dem jeweiligen Umkreis unterrichtet; und zwar nach einem festen Plan, den die „Stammschule“ ihrer Heimatstadt vorgibt.

Mehr von Mein Krefeld