1. Die Stadt

Krefeld: Strompreis bleibt stabil, Gaspreis steigt

Explosion auf den Rohstoffmärkten : SWK hält Strompreis stabil

Die Rohstoffmärkte spielen verrückt. Das bekommen auch die SWK-Kunden teilweise zu spüren. Aber es gibt auch pfiffige Ausweichmöglichkeiten - und sogar gute Nachrichten.

„Wir erleben eine Preisexplosion“, schaut Carsten Liedtke betrübt auf die Märkte von Strom, Gas, Öl und Kohle. Doch der Vorstandsvorsitzende der Krefelder Stadtwerke SWK ist bemüht, nicht alle Preissteigerungen der Energiewirtschaft an die Krefelder Kunden weiterzureichen. Die Lage bei Strom, Gas und Fernwärme stellt sich unterschiedlich dar: 

Strom: Die Kosten zum Einkauf von Strom sind innerhalb eines Jahres um 200 Prozent gestiegen. „Dennoch können wir die Strompreise für unsere Kunden in der Grundversorgung stabil halten“, gibt Liedtke Entwarnung. Das liegt daran, weil die SWK den Strom im Voraus über längere Zeitabschnitte eingekauft hat, weswegen sich die aktuelle Preisexplosion nicht so stark auswirken konnte. Überdies hat sich die staatliche Umlage, mit der erneuerbare Energien finanziert werden und die auf den Strompreis aufgeschlagen wird, halbiert. Übrigens: Kunden der SWK, die ein Stromprodukt mit einer festgelegten Laufzeit von 12 oder 24 Monaten beziehen, unterliegen sowieso der Preisgarantie bis Ende der Laufzeit.    

Gas: Beim Gas ist die Lage noch schwieriger als beim Strom. Der Gaspreis ist innerhalb eines Jahres sogar um 300 Prozent gestiegen. Zudem steigen auch die Preise für die Nutzung der Leitungen. Und dann kommt noch die neue CO2-Steuer hinzu, die vom 1. Januar an die Abgabe auf eine Tonne CO2 von derzeit 25 Euro auf dann 30 Euro erhöht. Diese Kosten kann die SWK nicht mehr auffangen. „Wir müssen die Preise für die Erdgas-Grundversorgung anpassen“, bedauert Liedtke. Der Arbeitspreis steigt somit von 6,82 Cent/kWh auf 7,90 Cent/kWh. Das bedeutet für einen durchschnittlichen Gaskunden, der im Jahr 19.000 Kilowattstunden verbraucht, Mehrkosten von 17,10 Euro pro Monat. Aber Carsten Liedtke hat für die betroffenen Kunden einen heißen Tipp: Sie können zum gleichen Preis wie bisher in ein Ökogasprodukt wechseln, das den Preis für 12 Monate garantiert. Und auch beim Gas gilt wie beim Strom: Wer jetzt bereits Erdgas mit einer Preisgarantie bezieht, bei dem bleibt der Preis natürlich konstant bis Ende der Laufzeit.   

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Fernwärme: Auch die Preise für Fernwärme steigen. Der Jahresgrundpreis steigt um 46 Cent pro Kilowatt, der Arbeitspreis um 37 Cent pro Kilowattstunde. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 9.000 Kilowattstunden zahlt demnach rund drei Euro pro Monat mehr als bisher. Gegenüber Gas bleibt Fernwärme aber immer noch erheblich billiger.

Warum steigen die Preise? Die Energiepreise steigen derzeit so stark, weil verschiedene Treiberfaktoren zusammenkommen. Nach der Corona-Krise, die die Weltwirtschaft stillstehen ließ, erholen sich jetzt überall die Volkswirtschaften, weswegen der Bedarf an Rohstoffen sprunghaft ansteigt. Die aufstrebende Wirtschaft in China hat zudem einen enormen Energiehunger. Zugleich hat der lange Winter in Deutschland die Nachfrage verlängert, ausgerechnet jetzt sind die Gasspeicher in Deutschland leer, Gasproduzenten wie Niederlande und Norwegen haben Nachschubprobleme, die Liefermengen aus Russland haben sich nicht erhöht. Liedtke: „So turbulent ging es selten auf den Märkten zu.“

Turbulenzen: Bei diesen Turbulenzen hält es Liedtke nicht für ausgeschlossen, dass Billiganbieter von Strom und Gas ihren Kunden kündigen oder gar in die Insolvenz gehen. Wenn diese Kunden dann von der SWK als Krefelder „Grundversorger“ beliefert werden müssen, gilt für sie ein etwas höherer Tarif als für Bestandskunden. Denn die SWK muss für sie die Energie zu den aktuell hohen Preisen einkaufen.  

Trinkwasser: Bei all den Problemen gibt es aber auch eine gute Nachricht: „Wir halten unsere Trinkwasserpreise stabil“, freut sich Carsten Liedtke. Und dies nun schon im achten Jahr in Folge.