1. Die Stadt

Zukunft des DB-Werk in Oppum: Krefeld soll zur „Bahnstadt“ werden

Zukunft des DB-Werk in Oppum : Krefeld soll zur „Bahnstadt“ werden

In einer Video-Konferenz wurden der Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitiker Udo Schiefner und Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer durch den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Nordrhein-Westfalen und die Leitung des Werkes Krefeld der DB Fahrzeuginstandhaltung zur Zukunft des Standorts Krefeld informiert.

Die Befürchtungen, dass durch die Errichtung eines neuen ICE-Werkes im brandenburgischen Cottbus die Zukunft Krefelds infrage gestellt werden könnte, konnten die Vertreter der Deutschen Bahn entkräftigen. Das Gegenteil sei der Fall: Durch die Ausweitung der Fahrzeugflotte werden perspektivisch noch mehr verschiedene Elektrotriebzüge in Krefeld instandgesetzt – hierzu gehören auch mehrere Baureihen des ICE 3 und des neuen ICE 4.

Die Ausweitung des Portfolios stellt dabei das Werk in Krefeld vor besondere Herausforderungen, da notwendige Erweiterungen des Werkes aufgrund seiner räumlichen Lage zwischen den Stadtteilen Oppum und Linn schwierig umzusetzen sind. Trotzdem sollen in den nächsten Jahren noch hohe Millionenbeträge in die Modernisierung und Erweiterung der Instandhaltungskapazitäten des Werkes Krefeld investiert werden. Hierzu stehen die Verantwortlichen der Bahn und die Stadt Krefeld in engem, konstruktiven Austausch. Oberbürgermeister Frank Meyer betonte in diesem Zusammenhang noch einmal, dass die Industriepolitik der Stadt Krefeld klimafreundlich, nachhaltig und umweltorientiert ist – daher freue man sich, dass die Bahn sich klar zu ihrem Standort Krefeld bekennt. Gleichzeitig betonte er, dass bei den Umbaumaßnahmen selbstverständlich auch die Anliegen der Anwohner Berücksichtigung finden werden.

Auch für den Arbeitsmarkt in Krefeld und den Städten und Kreisen im Einzugsgebiet bilden sich so interessante Perspektiven. Die DB Fahrzeuginstandhaltung bietet an ihrem Standort Krefeld rund 1.050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichere und in Teilen auch hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Gerade als Ausbildungsstandort für gefragte Berufe wie Mechatroniker, System- und Energieelektroniker sowie die Berufe der Metallverarbeitung ist Krefeld bereits jetzt sehr attraktiv. So wurde im DB Werk Krefeld die Zahl der jährlichen Auszubildenden seit 2018 nahezu verdoppelt.

Im hoch umkämpften Markt für Ausbildungsplätze bietet das DB Berufsvorbereitungsprogramm „Chance plus“ darüber hinaus auch die Möglichkeit für eine Ausbildung erforderliche Schulabschlüsse und Qualifikationen zu erreichen. Im akademischen Bereich kooperiert die Deutsche Bahn im Rahmen von Dualen Studiengängen u. a. auch mit der Hochschule Niederrhein und der RWTH Aachen.

Der DB-Konzernbevollmächtigte Werner Lübberink betont nochmals, wie sehr er es begrüßen würde, wenn aus der „Samt- und Seidenstadt“ Krefeld auch eine „Bahnstadt“ Krefeld werden könnte. Die Grundlagen hierfür sind mit der örtlichen Bahnindustrie und deren Perspektiven für die Zukunft mehr als vorhanden.