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Hilfsaktion in Coronazeiten: „Krefeld solidarisch - Jugend hilft!“

Hilfsaktion in Coronazeiten : „Krefeld solidarisch - Jugend hilft!“

Die Aktion „Krefeld solidarisch - Jugend hilft!“ bietet in Zeiten der Coronakrise so genannten Risikogruppen einen Einkaufs- und Besorgungsservice an. Das Netzwerk hat sich die Stadt als Partner gesucht und will flächendeckend helfen.

Von Jörg Zellen

Auch wenn es in diesen schweren Zeiten (noch) keine Ausgangssperre gibt, so stellt die aktuelle Coronakrise doch viele ältere und auf Hilfsbereitschaft angewiesene Menschen auch so vor enorme Herausforderungen.

Der tägliche Gang zum Bäcker, der Einkauf im Super- ider Drogeriemarkt, das dringend benötigte Medikament aus der Apotheke - all dies rückt für die Risikogruppen angesichts der empfohlenden Kontaktvermeidung in weite Ferne.

 „Genau da wollen und müssen wir helfen“, sagt Stella Rütten. Die junge Krefelderin, die auch Vorsitzende der Jusos ist, ist eine der Hauptkoordinatoren der Aktion „Krefeld solidarisch - Jugend hilft!“. „Wir haben direkt in den ersten Tagen unglaublich viele Nachrichten und Anrufe von Leuten erhalten, die uns unterstützen möchten“, berichtet die 27-Jährige.

Über 50 Ehrenamtler (Stand Freitag) haben sich dem Projekt verschrieben - und es werden stetig mehr. Auch die Stadt sitzt mit im Boot. „Wir verstehen es auch als unseren Auftrag, in schwierigen Zeiten die Versorgung sicherzustellen“; sagt Sozial- und Jugenddezernent Markus Schön.

Doch wie genau soll die Einkaufs- und Besorgungsinitiative, die am Montag startet, aussehen?

Diejenigen, die sich aktuell nicht dazu in der Lage sehen vor der Tür zu treten, oder aber aufgrund des Coronavirus Sorge um ihre ohnehin schon angeschlagene Gesundheit haben, können sich telefonisch in einer der Jugend- und Freizeiteinrichtungen melden und ihren Einkaufswunsch äußern. Dieser sollte nicht den Maximalwert von 30 Euro überschreiten.

Einer der jugendlichen Ehrenamtler macht sich dann zeitnah auf den Weg, um alles zu besorgen. „Damit die jungen Menschen das Geld nicht vorstrecken müssen, greifen wir auf die Hauskassen der Einrichtungen zurück“, erläutert Markus Schön und ergänzt: „Es kann natürlich immer passieren, das gewisse Produkte nicht verfügbar sind. An der Stelle bitten wir um Verständnis.“

Wie geht es dann weiter? Damit Einkaufshelfer und „Kunde“ nicht miteinander in Kontakt kommen, sollen die Auftraggeber einen Umschlag mit (möglichst passendem) Geld vor die Türe legen. Der Ehrenamtler tauscht diesen dann gegen die Einkäufe aus.

„Dies ist wieder einmal ein herausragendes Beispiel für das bürgerschaftliche Engagement in Krefeld“, lobt Markus Schön.

„Es ist ein überparteiliches und breit aufgestelltes Netzwerk“, ergänzt Stella Rütten und hofft zudem „auf weitere Ehrenamtler, Firmen und Institutionen, die uns unterstützen möchten“. „Es gibt ja bereits zahlreiche Aktionen in den Sozialen Netzen. Wir wollen niemanden vedrängen, sondern uns gemeinsam aufstellen, um möglichst vielen Menschen zu helfen.“

Getränkeservice möglich

Übrigens: Getränkewünsche können auch geäußert werden - jedoch über einen Partner, die Firma Bayen (02151-658090). „Wir wollen schließlich nicht, dass unsere Helfer schwere Kästen schleppen müssen“, begründet Koordinator Matthias Hoeps.

Helfer gesucht

Um ein stadtweites Netzwerk aufrechterhalten zu können, hofft das Aktionsbündnis auf weitere Ehrenamtler*innen, Sozialbündnisse, Institutionen oder Getränke- und Lebensmittelversorger. Diese können sich bei Interesse zur Mitwirkung unter jugendhilft@krefeld.de oder der Rufnummer 02151-863354 melden.