1. Die Stadt

Krefeld richtet Drogenkonsumraum für Süchtige ein

Stadt plant Hilfszentrum für Süchtige : Drogenkonsumraum an der Schwertstraße

Die Stadt richtet ein Drogenhilfszentrum mit Drogenkonsumraum an der Ecke Schwertstraße / Philadelphiastraße ein. Damit will sie die „Szene“ vom Theaterplatz holen und möglichst verkleinern.

„Die Verfestigung der Drogenszene auf dem Theaterplatz kann keine Lösung sein“, beklagt Oberbürgermeister Frank Meyer die derzeit unhaltbare Situation für Besucher der Mediothek, des Theaters und des Seidenweberhauses. Zugleich betont das Stadtoberhaupt: „Wir müssen etwas tun, was über ein Verscheuchen hinausgeht.“

Deshalb richtet die Stadtverwaltung - wenn der Stadtrat Anfang Februar zustimmt - noch in diesem Jahr ein Drogenhilfezentrum mit Drogenkonsumraum ein. Und zwar in dem Flachbau an der Schwertstraße 80, der jetzt noch als Corona-Diagnosezentrum dient.

In dem Drogenkonsumraum können Süchtige dann ihre Drogen unter medizinischer Aufsicht und mit hygienisch sauberen Utensilien „einnehmen“.

Gesundheitsderzernentin Sabine Lauxen unterstreicht: „Das Drogenhilfezentrum ist aber mehr als nur ein Konsumraum“. In dem neuen Zentrum sollen Drogensüchtige auch Beratung finden, wie sie von der Sucht loskommen können. Überdies wird ihnen eine medizinische Grundversorgung angeboten. Denn: „Diese Menschen gehen vielfach nicht in Arztpraxen oder ins Krankenhaus“, weiß Lauxen. Zudem soll das Zentrum auch ganz alltägliche Hilfestellungen geben, wie Wäsche waschen oder mal einen Kaffee aufbrühen. Ein solcher Service dient auch dem besseren Erscheinungsbild der Betroffenen auf der Straße.

„Wir schaffen es nicht, dass die Betroffenen aufhören, Drogen zu konsumieren“, fasst OB Meyer die langjährigen Erfahrungen der Stadt mit der Szene zusammen, „aber wir können durch unsere Angebote die Szene hoffentlich verkleinern“, setzt Meyer das Ziel. Dazu soll auch auf  dem Theaterplatz durch den Ordnungsdienst „härter durchgegriffen“ werden. Verbote und Angebote sollen sich ergänzen, um die generelle Zielsetzung zu erreichen.

Nachdem sich der Stadtrat im vorigen Jahr grundsätzlich für die Einrichtung eines Drogenkonsumraums ausgesprochen hatte, ging Dezernentin Lauxen mit ihrem Team auf die Suche nach einem geeigneten Standort. „Wir haben 20 Immobilien in der Innenstadt begutachtet“, erklärt sie. Das bisherige Corona-Diagnosezentrum an der Schwerstraße habe sich als das geeignetste Objekt erwiesen. Es verfügt über eine Außenfläche, auf der sich die Süchtigen nach der „Einnahme“ aufhalten können und ermöglicht auch getrennte Ein- und Ausgänge. Der Umbau wird rund 300.000 Euro kosten.

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Als Betreiber des neuen Zentrums hat sich die Caritas zur Verfügung gestellt. Ihr bisheriges „Café Pause“ zieht vom Westwall ins neue Hilfszentrum um. Das Corona-Diagnosezentrum hingegen zieht aus und erhält einen neuen Standort.

Das notwendige Ordnungskonzept für das neue Hilfszentrum haben Stadt, Staatsanwaltschaft, Polizei, Kommunaler Ordnungsdienst und Sozialarbeiter gemeinsam erarbeitet. So sollen auch gemischte Teams vor Ort sein, um die Einhaltung der Hausordnung zu überwachen und im Umfeld der Station nach dem Rechten zu sehen.

Stadtdirektor Markus Schön legt Wert darauf, die Anwohner in die konkrete Planung einzubeziehen: „Wir richten eine E-mail-Adresse ein, unter der die Bürger ihre Fragen richten können“. Die Adresse ist ab sofort freigeschaltet und lautet: dhz@krefeld.de

Zudem gibt die Stadt auf ihrer Homepage einen Info-Katalog heraus: https://www.krefeld.de/de/inhalt/drogenhilfezentrum

Darauf kann man sich auch für eine Bürger-Info-Veranstaltung anmelden. Die Veranstaltungen coronagerecht per Videoschalte finden statt am 19. und 21. Januar. Sabine Lauxen und Markus Schön stellen sich dann allen Fragen und nehmen Anregungen entgegen.