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Zwei Unternehmer berichten: Kreative Krefelder in der Krise

Zwei Unternehmer berichten : Kreative Krefelder in der Krise

Zwei Krefelder Unternehmer gehen in der aktuellen Coronakrise ungewöhnliche Wege. Darüber sprachen sie mit dem Extra-Tipp.

Krisenzeiten erfordern kreative Ideen. Dies dachten sich auch Glasermeister und KEV-Ehrenkapitän  Uwe Fabig sowie Eishockey-Fan und -sponsor Peter Niersbach, Inhaber des Krefelder Unternehmens Nika Medical, welches weltweit medizinische Produkte vertreibt. Beide haben sich während der Coronakrise -  mehr denn je -  dem Gesundheitsschutz verschrieben. Die Unternehmer gehen in diesen Tagen eher ungewöhnliche Wege. Der Extra-Tipp sprach mit den zwei einfallsreichen Krefeldern.

Uwe Fabig, dessen legendäre Zweikampfeinlagen wohl kein KEV-Fan jemals vergessen wird, hat nach der aktiven Eishockeykarriere umgesattelt und eine Glaserei aufgebaut. Als ihn nach Ausbruch des Coronavirus ein hiesiges Taxiunternehmen fragte, ob er dessen Fahrzeuge mit „Spuckschutz-Coronascheiben“ ausrüsten könnte, zögerte Fabig nicht. „Wir haben in den vergangenen Tagen und Wochen auch Praxen und andere Einrichtugen „gesichert“. Ich hatte ohnehin noch einen Vorrat an Makrolon auf Lager“, berichtet er und ergänzt: „So eine Scheibe macht grade im Taxi Sinn. Ohne eine solche würde ich mich derzeit nicht hineinsetzen.“

Foto: Samla

Fabig fertigte für die verschiedenen Fahrzeugnmodelle drei Muster. Seit Anfang dieser Woche nun nehmen der Glasermeister und seine Mitarbeiter immer wieder auf den Rückbänken der Firma Knorrek Platz. Die elastischen Schutzscheiben aus bruchsicherem Polycarbonat werden an den Kopfstützen befestigt. Sie sind so auch schnell wieder abnehmbar. „Nach Corona kommt aber irgendwann auch die nächste Grippewelle“; blickt der Ehrenkapitän des KEV voraus. Die Fahrer und ihre Gäste dürfen sich also nicht nur in diesen Tagen über mehr Gesundheitsschutz freuen.

Auch Peter Niersbach bewegt sich derzeit auf für ihn eher ungewohntem Terrain. Vertreibt sein Unternehmen Nika Medical mit Sitz am Breiten Dyk ansonsten weltweit medizinische Produkte, so wird der Krefelder nun selbst zum Produzenten. Der Grund: Seine Lager sind nahezu leer. Und so kaufte der begeisterte Sportfan bereits vor Wochen eine große Menge an Stoff, den er seit Montag in den Krawattenfabriken Alpi und Ascot zu hygienischem Mundschutz verarbeiten lässt. Die Mund-Nase-Masken, die es in Grün und Blau gibt, bestehen zu 100 Prozent aus Baumwolle und können bei 95 Grad gewaschen werden, sind also wiederverwertbar. „Der Träger schützt dadurch zunächst einmal sich selbst vor einer möglichen Tröpfchen-Infektion“, berichtet Niersbach.

Die Nachfrage ist riesig: „Ich habe jetzt schon Bestellungen für mehr als 10 000 Stück“, sagt der Unternehmer, der davon ausgeht, dass „die Versorgung aus China nicht mehr so sein wird, wie sie einmal war“. Weitere Infos zu den Masken finden Sie auch auf www.nikamed.de.