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Kinder-Medien-Studie 2019: Lesen wird wieder beliebter

: Kinder-Medien-Studie 2019: Lesen wird wieder beliebter

Von wegen Kinder lesen nicht mehr? Laut der aktuellen Forschung nimmt das Interesse wieder zu.

Aus lesenden Kindern werden Erwachsene, die denken. So haben Studien zur Intelligenzentwicklung schon im Jahr 2014 nahegelegt. Umso besser, dass die Kinder-Medien-Studie unter deutschen Kindern im Jahr 2019 steigendes Interesse am Lesen dokumentiert.

In Allianz mit den Verlagen Blue Ocean Entertainment, Egmont Ehapa und Gruner + Nar untersuchten der Spiegel- und Zeit-Verlag in der besagten Studie das Mediennutzungsverhalten deutscher Kinder. Das 2019 schon zum dritten Mal. Auch in den beiden Vorjahren hat die Erhebung stattgefunden. Erhoben wurden die Daten in diesem Jahr an über sieben Millionen Teilnehmern zwischen vier und 13 Jahren. Mit teils positiven, aber auch einigen negativen Ergebnissen.

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Der Großteil aller Kinder liest mehrmals pro Woche

Mehr als 75 Prozent aller befragten Kinder gaben an, mehrmals pro Woche Zeitschriften, Comics, Magazine oder Bücher zu lesen. Das sind immerhin einige Prozentpunkte mehr als in den Jahren 2017 und 2018. Trotz diesem erfreulichen Aufwärtstrend bestätigen die Studienergebnisse in diesem Jahr auch die Konkurrenz, die das Lesen durch audiovisuelle Medien erfährt. Letztere nutzen mehr als 90 Prozent aller Kinder zwischen vier und 13 Jahren mehrmals die Woche. Damit bleibt das Medienkonsum unter deutschen Kindern beliebter als das Lesen.

Lesen fördert die Intelligenz

Dass Projekte wie der Leseclub für Kinder des Niederrheinischen Literaturhauses Krefeldunter den Jüngsten seit Jahren das Interesse am geschriebenen Wort wecken wollen, hat seinen Grund. Lesen bildet Heranwachsende nicht nur, auch die Vorstellungskraft wird durch spannende Kinderbücher angeregt. Wer in der Freizeit in gute Kinderbücher eintaucht, kann gemeinsam mit heldenhaften Protagonisten farbenfrohe Welten entdecken. Dadurch lernen lesende Kinder ab einem gewissen Alter selbstständig dazu. In den Buchfiguren finden sie außerdem Freunde bis hin zu Vorbildern. Zudem fördern lesende Kinder die Entwicklung ihrer kognitiven Fähigkeiten. Das haben Zwillingsstudien schon 2014 bewiesen.

Sprachförderung im Zeitalter der Spracharmut

Schon seit Jahren versuchen Vereine und andere Institutionen, der Spracharmut des 21. Jahrhunderts mit Projekten wie Leseinitiativen und Sprachförderung entgegenzuwirken. Etwa ein Drittel aller Kleinkinder ist mittlerweile von verzögerter Sprachentwicklung betroffen. Experten sehen diese Tendenz vor Hintergründen wie modernem Kommunikationsmangel, der als natürliche Folge steigenden Medienkonsums zu werten ist. Um diesen Beobachtungen entgegenzuwirken, kommt es nicht nur auf die Umwelt und Schule an. Bemühungen um mehr Kommunikation und Sprachbildung müssen insbesondere vom Elternhaus ausgehen. Die Kinder-Medien-Studie 2019 zumindest dokumentiert, dass über 70 Prozent aller Eltern das Lesen für eine sinnvolle Kinderbeschäftigung halten. In einigen Familien ist zu festen Lesezeiten sogar der Zugriff auf Medien tabu. Eine Bewegung in die richtige Richtung.