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Initiative „Krefeld für Kinder“: Kampf gegen Krefelds Kinderarmut

Initiative „Krefeld für Kinder“ : Kampf gegen Krefelds Kinderarmut

Die städtische Initiative „Krefeld für Kinder“ kämpft seit zwei Jahren gegen Kinderarmut. Zahlreiche Projekte konnten mit Hilfe von Partnern umgesetzt werden. Die Verantwortlichen ziehen eine Zwischenbilanz und blicken in die Zukunft.

„Wir befinden uns am Anfang eines Marathonlaufs“, sagt Gregor Micus, Koordinator der Initiative „Krefeld für Kinder“, die sich um die Bildung, Gesundheit sowie um kulturelle und sportliche Förderung des hiesigen Nachwuchs kümmert. Es geht darum, Kinder, die in finanziell benachteiligten Familien aufwachsen, zu stärken. Denn: Jedes vierte Kind in Krefeld lebt in sozial schwachen Verhältnissen. Insgesamt, so geht es aus einer Vorlage der Verwaltung hervor, handelt es sich um mehr als 9000. „Kinderarmut ist uns in Deutschland zu recht unangenehm. Es ist ein Unding, dass in einem so reichen Land die Schwächsten in Armut leben. Damit dürfen wir uns nicht abfinden“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer, der das Projekt „Krefeld für Kinder“ ins Leben gerufen hat, mit Nachdruck.

Zwar habe eine Kommune wie Krefeld nur „beschränkt Einfluss“, doch wenn Politik, Verwaltung und Bürgerschaft das Thema gemeinsam angehen, könne viel erreicht werden, urteilt der OB. Durch die große Unterstützung konnten bislang mehr als 1500 Krefelder Kinder gefördert werden. „Mit ‚Krefeld für Kinder‘ bündeln wir das großartige bürgerschaftliche Engagement in dieser Stadt. Wir sensibilisieren für das Thema Kinderarmut, vernetzen uns noch stärker mit allen Akteuren und haben eine Plattform für Spenden und tatkräftige Hilfe geschaffen“, sagt Frank Meyer.

„Alle Projekte der Initiative werden mit anerkannten Trägern der Wohlfahrtspflege sowie sozial engagierten Bürgern und Unternehmen durchgeführt“, erklärt Gregor Micus. Partner sind zum Beispiel der Kinderschutzbund, die Krefelder (Kinder-)Tafel, das Kinderheim Kastanienhof und die Krefelder Jugendeinrichtungen. Auch Schulfördervereine an sozial benachteiligten Schulstandorten, die über nur wenige finanzielle Mittel verfügen, werden durch die Initiative unterstützt. So konnten seit 2018 unter anderem folgende Projekte durchgeführt werden: Die Teilnahme am Theaterprojekt „Move!“ mit Kulturbüro und Kinderschutzbund als Partner, das Projekt Fotosafari in der Jugendeinrichtung Türmchen in Hüls gemeinsam mit der Firma Canon Deutschland, die Reiterhof-Ferien in Rumänien für zehn Kinder des Kinderheims Kastanienhof ermöglicht durch die Firma Elka International Logistics, das Projekt „Soziales Lerntraining„ für Jugendliche in der Jugendwerkstatt Fichtenhain gefördert durch die Firma Innovative Metallrecycling sowie ein Workshop zu Akzeptanz und Toleranz von Kulturen am Hannah-Arendt-Gymnasium.

Auf das allgemeine Spendenkonto der Initiative „Krefeld für Kinder“ bei der Sparkasse Krefeld (IBAN DE84 3205 0000 0000 4055 48) wurden im Jahr 2018 circa 9000 Euro eingezahlt, in 2019 rund 12 000 Euro. Aus diesen Mitteln wurden im Wesentlichen die Ferienerlebnistage, die Teilnahme am Theaterprojekt „Move!„, die Reiterhof-Ferien, das Projekt des Hannah-Arendt-Gymnasiums und das Projekt Soziales Lerntraining finanziert. Für die übrigen Projekte in 2018/2019 wurden zielgerichtete Spenden in Höhe von rund 60 000 Euro auf die Konten der diversen Fördervereine getätigt. Für die im Jahr 2020 neu geplanten Projekte sind von den Partnerunternehmen Fördermittel in Höhe von rund 120 000 Euro zugesagt. „Wir benötigen weitere Spenden zur Wiederholung verschiedener Projekte und zur Unterstützung neuer Aktivitäten in den kommenden Jahren„, weiß Gregor Micus. Als Ansprechpartner ist er unter Telefon 02151 863760 oder per E-Mail an gregor.micus@krefeld.de zu erreichen.