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Joachim Watzlawik wird neuer Koordinator der Initiative „Krefeld für Kinder“

Joachim Watzlawik wird neuer Koordinator der Initiative „Krefeld für Kinder“ : Kinderarmut – in Krefeld ein großes Thema

Das Thema Kinderarmut ist in Krefeld leider immer noch hochaktuell. Die Initiative Krefeld für Kinder steuert dagegen an.

Die Stadt hatte die Initiative vor zwei Jahren ins Leben gerufen, um Sponsoren zu gewinnen und die verschiedensten Projekte zu fördern, mit denen Kinder, Jugendliche und Familien unterstützt werden. Ausdrücklich nicht als Konkurrenz für andere Institutionen, Vereine oder für die Kirchen, die sich ebenfalls in dem Bereich engagieren, sondern als Kooperationspartner, der Maßnahmen gegen Kinderarmut koordiniert und die verschiedenen Akteure besser vernetzt. Die Zahlen sprechen für sich: Fast jedes vierte Kind wächst in Krefeld in einer Familie mit SGB II-Bezug auf – im Volksmund „Hartz IV“ genannt. „Wir leben in einem reichen Land und trotz allem in einer reichen Stadt, umso unerträglicher ist diese Zahl“, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Erfreulicherweise seien viele Menschen bereit, sich über ehrenamtliches Engagement und Spenden für eine Verbesserung der Situation einzusetzen.

„Was wir in diesem Bereich gesetzlich tun müssen, reicht bei weitem nicht aus“, betont der frühere Krefelder Beigeordnete Gregor Micus. Umso mehr freue ihn, dass über die Initiative Krefeld für Kinder bisher 163.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden konnten. Firmen und Privatleute unterstützen damit zum Beispiel Ferienerlebnistage, Theater- und Musikkurse, die Erstausstattung von Schulanfängern, die Anschaffung digitaler Lernhilfen oder auch die Förderung straffällig gewordener Jugendlicher. Insgesamt habe man so in Koope­ration mit zwanzig Projektpartnern rund 3000 Jugendliche erreicht. „Selbst in diesem Pandemiejahr konnten wir schon 20.000 Euro auf dem Spendenkonto verbuchen plus rund 55.000 Euro an zielgerichteten Spenden – meine Hochachtung an alle Unternehmen und Privatleute, die trotz schwieriger Zeiten die Mittel zur Verfügung gestellt haben.“

Zum Jahresende gibt Gregor Micus den Staffelstab als Koordi­nator von „Krefeld für Kinder“ an Joachim Watzlawik weiter. Für letzteren ist diese Aufgabe eine Herzensangelegenheit: „Es geht um eine Grundhaltung in dieser Stadt, um solidarisches Verhalten.“

Über das Materielle hinaus bräuchten Kinder und Jugendliche aber auch Zugang zu kulturellen Angeboten, Bildungsmöglichkeiten und ganz allgemein Wertschätzung sowie die Chance, ihre individuelle Persönlichkeit zu entwickeln. Hier ist Joachim Watzlawik, der unter anderem das Kulturprogramm der Friedenskirche maßgeblich mit aufgebaut hat, bestens vernetzt, um für die Initiative weitere Schwerpunkte zu setzen.

Parallel stellte die Stadt eine weitere Personalie vor: Nach dem Wechsel von Dr. Silke Tophoven an die Hochschule Düsseldorf übernimmt Sabrina Lesch die Koordination der sogenannten Kommunalen Präventionsketten (bekannt geworden unter dem Motto „Kein Kind zurücklassen!“). Von der Geburt eines Kindes bis zum Eintritt ins Berufsleben sollen den Familien passgenaue Hilfen angeboten werden, wo immer sie nötig sind. „Gerade jetzt in der Pandemiekrise ist das für uns eine besondere Herausforderung“, sagt Sabrina Lesch. In Corona-Zeiten setze man verstärkt auf digitale Beratung, die in Zukunft noch ausgebaut werden soll.

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Informationen über die Initiative „Krefeld für Kinder“:

www.krefeld-fuer-kinder.de