Jazz Klub Krefeld übergibt Schätze dem Stadtarchiv

40 Jahre Krefelder Musikgeschichte : Schatz des Jazz

Der Jazzklub Krefeld hat seine Unterlagen aus 40 Jahren dem Stadtarchiv übergeben. Eine Fundgrube für Musikfans und Heimathistoriker.

Günter Holthoff war noch Schüler, als er sein erstes Jazz-Konzert organisierte. „Wir wollten es in unserer Schule veranstalten, aber der Direktor war dagegen“. In den 50er Jahren galt Jazz bei vielen älteren Menschen als Katzenmusik. „So zogen wir in eine Gaststätte um“, erinnert sich Holthoff.

Heute, über 60 Jahre später, ist Günter Holthoff das Gesicht des Jazzklubs Krefeld.

Rund 400 Mitglieder zählt der Verein, der seit seiner Gründung 1979 unzählige internationale Musiker in die Seidenstadt holte. Gut 50 Konzerte organisiert der Club im Jahr. „Alles ehrenamtlich“, wie Holthoff betont.

In den 40 Jahren sammelten sich ganze Stöße von Aktenordnern an: Briefwechsel mit Musikern und Agenturen, Rechnungen über Gagen, Fotos und Ankündigungsplakate. „Sechs Meter zählt die Ordnergalerie in der Breite“, lacht Holthoff.

Bisher lagerten die Schätze in seiner Wohnung. Nun aber hat der Vorstand des Vereins die Dokumente dem Krefelder Stadtarchiv übergeben. „Darüber freuen wir uns wie Bolle“, erklärt Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs, „das ist ein toller Beitrag zur Krefelder Musikgeschichte“.

In der Tat. Große Namen fanden und finden den Weg an den Niederrhein. „Am 6. Juli spielt das Michael-Wollny-Trio an Burg Linn“, gibt Kassenwart Christoph Kunze einen Vorausblick. Michael Wollny ist der Shooting-Star der deutschen Jazz-Szene, dessen CDs regelmäßig auf der Chart-Liste stehen. Was den Kassenwart besonders freut: „Eigentlich ist Wollny gar nicht bezahlbar, aber eigens für uns spielt er für eine niedrigere Gage.“

Das ist zum einen alter Verbundenheit, sicherlich aber auch dem Ruf des Jazzklubs geschuldet. Internationale Künstler buhlen um Auftritte in der Seidenstadt. „Wir bekommen pro Woche gut 20 Bewerbungen“, bestätigt Kunze.

Veranstaltungsformate wie „Jazz an einem Sommerabend“ oder das „Jazz-Festival auf Burg Linn“ gaben unzähligen Jazz-Musikern ein attraktives Forum.

Wer sich für die Entstehungsgeschichte des Jazzklubs bzw. die musikalischen Highlights aus 40 Jahren interessiert, hat nun im Stadtarchiv die leicht erreichbare Anlaufstelle.

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