1. Die Stadt

Leser-Erinnerungen an Herongen: Herongen war ein echtes Abenteuer

Leser-Erinnerungen an Herongen : Herongen war ein echtes Abenteuer

1939 wurde ich in Krefeld geboren. Ich besuchte die Volksschulen Buchen- und später dann Feldstraße. Im vorletzten Schuljahr 1953 ging es dann für 3 Wochen nach Herongen ins Schullandheim. Ich erinnere mich trotz des großen Zeitabstandes noch ziemlich genau daran, wie wir Mädchen im "Bienenstock" den Schlafsaal bezogen.

Da ich Klassensprecherin war, hatte ich die freie Wahl des Schlafplatzes, der natürlich in einem der oberen Betten war. Von dort aus hatte man den totalen "Überblick". Mit einigem Grauen denke ich an das Frühstück: Tee, Graubrot, Margarine, Marmelade. Margarine konnte ich nicht essen, auf keinen Fall. Auch nicht bei größtem Hunger.

Die Wanderungen — oft mit der Jugengruppe — waren lang, z.T. auch mühsam, aber immer lustig. Ich besitze noch einige Schwarz-Weiss-Gruppenfotos, alle klitzeklein mit Zackenrand. Echt scheußlich war an einem Abend für mich das Zubettgehen:. Ich meinem Bett unter der Decke hatte eine Mitschülerin einen toten schwarzen Vogel platziert. Dohle oder Amsel? Das weiß ich nicht mehr so genau. Aber es war eklig. Meine Mitschülerinnen platzten vor Lachen..

Ich empfand diese Schulreise damals als echtes Abenteuer.

(City Anzeigenblatt Krefeld II)