1. Die Stadt

Grüne in Krefeld wollen keine Einfamilienhäuser mehr bauen

Grüner Wohnungsbau : Das Krefeld von morgen

Die Grünen im Stadtrat richten den Wohnungsbau auf die Zukunft aus: mehr Naturschutz, veränderte Mobilität und mehr Lebensqualität.

„Wir sind in den Ruf gekommen, wir wären gegen neue Baugebiete“, weist Grünen-Fraktionschefin Heidi Matthias entsprechende Vorwürfe zurück, „das stimmt aber nicht“.

Im Gegenteil. Die Grünen im Stadtrat unterstützten die Ausweisung von über 2100 neuen Wohneinheiten, verweist die Kommunalpolitikerin auf eine umfangreiche Liste von Krefelder Bauvorhaben. Dazu gehören u.a. Fischeln Plankerheide, Tackheide, Neuer Weg, Kaserne Kempener Allee, Rheinblick oder auch die Flensburger Zeile in Uerdingen.

Denn diese Bauvorhaben passten in das Konzept der Grünen, eine Stadt platzsparend und ökologisch rücksichtsvoll zu erweitern.

„Einfamilienhaussiedlungen auf der grünen Wiese sind passé“, wendet sich Matthias gegen die üppige Versiegelung von Freiflächen. In Zeiten von Klimawandel und Artensterben sei es nicht mehr zu verantworten, relativ große Bodenflächen für relativ wenig Wohnraum zu opfern.

Statt dessen sollten Wohnformen entwickelt werden, die die Natur erhalten. Dazu gehören vor allem Geschosswohnbau, moderne Mehrfamilienhäuser, aber auch Reihen- und Doppelhäuser. Für das Baugebiet Fischeln Plankerheide schwebt Matthias sogar ein „Vorzeigeprojekt“ vor: „Dort wäre die Anlage einer autofreien Siedlung möglich.“ Ein entsprechender ÖPNV gäbe dies her. Vorteil: die Kinder könnten bedenkenlos draußen spielen, die Lebensqualität wäre hoch.

„Wir haben überall in der Stadt Baulücken“, ergänzt Thorsten Hansen, OB-Kandidat der Grünen. „Diese Lücken sollten wir mit neuem Wohnraum schließen.“

Dazu solle die Stadt auf die Grundstücksbesitzer zugehen und eventuell Grundstücke auch selber ankaufen.

Grundsätzlich solle Wohnraum zunächst innerhalb der bestehenden Stadtquartiere geschaffen werden statt außerhalb auf Naturflächen.

Innerhalb der Stadt sollte dann zudem mehr Grün entstehen. Bäume, Sträucher und die Bepflanzung von geeigneten Dächern wirkten sich positiv auf das Stadtklima aus. Lärm werde gedämpft, Feinstaub gefiltert und Insekten fänden Unterschlupf und Nahrung.

Hansen blickt noch weiter: „Die Mobilität in zwanzig Jahren wird eine andere sein als heute“. Deshalb gelte es heute schon, eine Stadtplanung auf künftige Lebensweisen auszurichten. So bräuchten junge Familien statt Garagen eher Kitas und Anbindung an die Infrastruktur.

Heidi Matthias zusammenfassend: „Beim Bauen geht es um das Wie.“