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Kastell in Krefeld nun offiziell Teil des „Niedergermanischen Limes“: Gelduba ist jetzt Welterbe

Kastell in Krefeld nun offiziell Teil des „Niedergermanischen Limes“ : Gelduba ist jetzt Welterbe

Im Archäologischen Museum Krefeld und an manch anderen Stellen in der Stadt knallten heute die Sektkorken: Das römische Kastell Gelduba ist nun offiziell Teil des Welterbes „Niedergermanischer Limes“.

Die Entscheidung dazu fiel auf der aktuellen Online-Sitzung des Unesco-Welterbekomitees. „Das ist eine wunderbare Nachricht für die Stadt Krefeld und insbesondere für das Archäologische Museum. Wir sind sehr stolz ein Teil dieses grenzüberschreitenden Projektes und nun ein Ort des Welterbes der Menschheit zu sein“, freut sich Oberbürgermeister Frank Meyer. Mit seiner Anerkennung als Welterbe ist der Niedergermanische Limes zugleich Teil der bereits bestehenden Unesco-Welterbestätte „Frontiers of the Roman Empire – Grenzen des Römischen Reiches“ in Europa.

„Wir sind sehr glücklich über die Entscheidung des Welterbe-Komitees. Heute haben wir allen Grund zu feiern“, sagt Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser. „Der Fundort Krefeld-Gellep ist unter Fachleuten eine feste Größe. Mit der Anerkennung als Welterbe erhoffen wir uns nun auch ein größeres Publikumsinteresse für unsere einzigartige Sammlung“, so Morscheiser. Der Niedergermanische-Limes-Abschnitt von Remagen bis Katwijk an der Nordsee bestand von 15 vor Christus bis etwa 450 nach Christus. Der Grenzabschnitt wird auch „nasser Limes“ genannt, weil der Rhein vom heutigen Rheinland-Pfalz über

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NRW bis in die Niederlande die römische Provinz Niedergermanien von rechtsrheinischen, germanischen Stammesgebieten trennte. Unter den Römerstätten am Niedergermanischen Limes nimmt das Lager von Krefeld-Gellep eine Schlüsselposition ein, weil es vom ersten bis fünften Jahrhundert nach Christus fast ununterbrochen an derselben Stelle bestand.

„Der Titel ist nicht nur eine große Ehre und Anerkennung, sondern auch eine Verpflichtung, ein Generationenauftrag, das historisch-archäologische Erbe zu schützen, zu bewahren und vielen Menschen zu vermitteln“, sagt die Museumsleiterin. Bereits 2016 wurde im Archäologischen Museum Krefeld der erste Info-Point am Niederrhein zum Thema „Welterbe – Niedergermanischer Limes“ eingerichtet. Die Welterbe-Präsentation auf dem Außengelände in Gellep und im Museum soll künftig erweitert. „Das wird eine der nächsten Aufgaben werden, mit denen wir uns sehr gerne beschäftigen“, freut sich Morscheiser.

Die Bandbreite der Fundplätze am Niedergermanischen Limes reicht von kleinen Wachttürmen bis zu riesigen Legionslagern, von Marschlagern im Wald bis zum Statthalterpalast. Gemeinsam mit den zugehörigen Zivilsiedlungen, einer Kalkbrennerei und Teilen der Limesstraße bieten sie das wohl vollständigste Bild einer römischen Grenzregion. Seine einzigartigen archäologischen Denkmäler veranschaulichen in besonderer Weise die Entwicklung einer Grenze des Römischen Reiches sowie das Leben und den kulturellen Austausch in ihrem Umfeld. Die Fundplätze des Niedergermanischen Limes in Nordrhein-Westfalen liegen in den Kommunen Alfter, Alpen, Bad Münstereifel, Bedburg-Hau, Bonn,

Bornheim, Dormagen, Duisburg, Moers, Monheim, Neuss, Kalkar, Kleve, Köln, Krefeld, Swisttal, Uedem, Wesel und Xanten.

Nicht alle archäologischen Überreste sind wie in Krefeld obertägig erkennbar, oft aber durch modernste Methoden sichtbar gemacht. Ein gemeinsames Vermittlungskonzept soll die Fundplätze des Niedergermanischen Limes in naher Zukunft für alle Interessierten erschließen. Wie am Obergermanischen Limes in Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg sollen auch hier mit Fund- und Museumsorten zukünftig mit Rad- und Wanderwegen verbunden werden

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kastell Gelduba