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Flachsmakt findet nur digital statt

Die Festvariante zu Pfingsten : Flachsmarkt digital

Der Flachsmarkt musste im letzten Jahr wegen Corona ausfallen. An diesem Pfingsten soll er nicht gänzlich ausfallen, sondern wird durch eine Webside im Internet ersetzt.

„Das ist kein Ersatz für unseren realen Flachsmarkt“, seufzst Alexander Raitz von Frentz. Der Organisator des traditionellen Pfingst-Events rund um Burg Linn denkt sehnsuchtsvoll an das bunte Gewimmel auf den Wiesen, das Stimmengewirr, Gedränge, Musik und Düfte.

Doch angesichts der Corona-Pandemie musste bereits im Februar die Entscheidung fallen: der Flachsmarkt 2021 fällt aus.

Aber nun doch nicht so ganz: „Am Pfingstsamstag um 10 Uhr schalten wir eine eigene Webside frei“, kündigt Raitz von Frentz an (www.flachsmarkt2021.de). Auf dieser ist ein virtueller Flachsmarkt zu erleben. Rund 180 Handwerker und sonstige Beiträger haben ihre Fertigkeiten und Produkte in Bild und Text und teils sogar Video eingestellt.

Die Organisatoren haben eine Übersichtskarte beigefügt, auf der die Besucher der Webside mit ihrer Maus einen virtuellen Rundgang durch das imaginäre Flachsmarktgelände unternehmen und die einzelnen „Stände“ anklicken können. Fast so, als schlenderten sie real über die Burgwiesen.

Die Schirmherrin des virtuellen Flachsmarktes, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach, steuert ein Grußwort bei; ebenso Oberbürgermeister Frank Meyer. Und Raitz von Frentz schaltet an Pfingsten von 10 - 16 Uhr einen Infostand dazu, an dem die Besucher ihre Fragen stellen können. 

Die auf den bisherigen Flachsmärkten übliche Spendenaktion läuft ebenfalls. Nur eben per elektronischer Zahlung. Diesmal wird Geld gesammelt, um ein uraltes Medizinbuch aus der Historischen Bibliothek der Burg Linn zu restaurieren.

Wenn das alles auch kein wirklicher Ersatz für das Realerlebnis sein kann, so gibt es doch einen Vorteil: „Wir lassen die Webside bis September online“, versichert Raitz von Frentz. So lange dauerte noch kein Flachsmarkt. 

Dennoch freuen sich die Handwerker und Organisatoren, im kommenden Jahr 2022 wieder einen „richtigen“ Flachsmarkt auf die Beine zu stellen. „Sie wollen alle wieder mit dabei sein“, hat Raitz von Frentz schon ausgelotet. Auch die Finanzierung ist gesichert. Sie wird aus der ersparten Rücklage bestritten.