Festival für Meinungsfreiheit an der Burg Linn in Krefeld

Burg Linn organisiert Visions-Fest : Kontrast zu AfD-Treff

Ein ungewöhnliches Festival an Burg Linn hat einen ungewöhnlichen Hintergrund. Es geht um die AfD.

„Es sollen alle Meinungen zu Wort kommen, nicht nur eine“, erklärt Dr. Jennifer Morscheiser. Deshalb hat die Leiterin des Museums Burg Linn ein „Krefelder Festival für Meinungsfreiheit und politische Visionen“ am 9. Juli organisiert.

Mit der „einen“ Meinung ist diejenige der AfD gemeint. Die rechtskonservative Partei hat nämlich die Museumsscheune an Burg Linn für eine abendliche öffentliche Veranstaltung am 9. Juli von der Stadt gemietet. Bei dem geplanten „Bürgerdialog“ sprechen drei Afd-Politiker, u.a. der Krefelder Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk.

Zum Ausgleich lud Dr. Morscheiser nun genau am selben Abend, Dienstag 9. Juli, führende Politiker der anderen Parteien zu einer öffentlichen Veranstaltung wenige Meter weiter ein, auf den Platz vor der Burg, der sogenannten Vorburg.

„Jeder Politiker darf drei Minuten lang seine politischen Visionen erklären“, beschreibt sie den Kern des Programms. „Keine Wahlkampfreden“, hat sie den Gästen eingeschärft. Sie persönlich wacht über die Einhaltung der knappen Zeitfenster.

Zugesagt haben Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD), die Krefelder Landtagsabgeordneten Marc Blondin (CDU) und Ina Spanier-Oppermann (SPD) sowie die Bundestagsabgeordneten Otto Fricke (FDP), Ansgar Heveling (CDU) und Ulle Schauws (Grüne).Überdies werden noch Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlichen Gruppen sprechen.

Umrahmt wird der politische Kern der Veranstaltung von einem heimischen Musik- und Unterhaltungsprogramm. Aus Linn kommen die Volksmusiker „Linner Rampensäue“, aus Krefeld das „Mondo Mashup Soundsystem“.

Hinter dem Bandnamen „Huber Schorsch und die Kulturpolitischen Sprecher“ verbirgt sich Beigeordneter Markus Schön, der auch singen wird, sowie weitere Mitglieder der Stadtverwaltung. Die Texte der live spielenden Bands werden für viel Spaß und Komik Anlass geben.

Desweiteren präsentiert das Kresch-Theater sein aktuelles Zoo-Stück und eine Tanzgruppe zeigt bulgarische Tänze. Die Schützen werden in Uniform erwartet.

Von 18 bis 22 Uhr soll das „Festival“ verlaufen. Alle Beteiligten treten ehrenamtlich auf. Für die Getränke sorgt die Linner Gaststätte „Em Kontörke“. Der Erlös kommt dem Museumsetat zugute.

Diese Art von Kontrastprogramm hat Dr. Morscheiser ins Leben gerufen, weil die Anmietung der Museumsscheune durch eine demokratische Partei rechtlich nicht zu verhindern ist. „Ich wollte aber einerseits die Versammlung nicht unkommentiert stehen lassen“, erklärt die Direktorin, „andererseits aber auch keine Krawallveranstaltung gegen die AfD haben.“

So soll es nun ein buntes Volksfest mit einem politischen Charakter geben, dessen Inhalte über den Tag hinausreichen. „Auch andere Parteien stellen sich Problemen der Zeit.“

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