1. Die Stadt

Farben und Mode im Deutschen Textilmuseum

Mode trifft Chemie : Im Farbenrausch

Sonntag, 29. September, eröffnet das Textilmuseum in Linn seine neue Ausstellung: Ein seltenes Zusammenspiel von Mode, Chemie und Geschichte der Krefelder Hochschule.

„Es war ein Student, der 1856 eher zufällig den ersten synthetischen Farbstoff erfand“, wirft Professor Dr. Jürgen Schram von der Hochschule Niederrhein den Blick zurück in die vielfach kuriose Geschichte wegweisender Erfindungen.

Diese Erfindung markierte eine Revolution.

Bisher nämlich konnten Farben nur auf natürlichem Wege gewonnen werden. Insofern machten sie gefärbte Mode teuer. Nun aber begann die preisgünstigere synthetische Farbgewinnung, die erheblich zur Buntheit der Bekleidungen auch „unterer“ Bevölkerungsschichten beitrug. Die Industrie bemächtigte sich rasch den neuen chemischen Verfahren, für die immer weitere Farbstoffe entwickelt werden mussten.

Und so konnte Prof. Schram aus den Magazinen der Hochschule Niederrhein eine umfangreiche Sammlung von über 10.000 uralter Flaschen mit historischen Farbstoffen hervorholen. Viele haben fantasievolle Kunstnamen wie Victoriaviolett oder Opalblau.

Dr. Annette Schieck, Leiterin des Linner Textilmuseums, suchte dazu historische Kleider aus dem Museumsbestand aus, deren Farben auf solch alten chemischen Verbindungen beruhen und teils bereits ausgeblichen sind. Zusammen ergeben die Teile eine faszinierende Schau, die den Besucher tief in die Geschichte der Farben, der Kleiderherstellung und der Modeindustrie einführt.

„Zeitkolorit - Mode und Chemie im Farbenrausch“, heißt denn auch die Ausstellung, die vom Sonntag an bis zum 29. März 2020 im Museum am Linner Andreasmarkt zu sehen ist. Der Besucher wird überrascht. Utensilien aus historischen Chemielaboren bekommt er ebenso geboten wie uralte Farbmuster und Kleider aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Eine solche Zusammenstellung von Mode und Chemie gab es bisher noch nicht.