Stadionbau: Stellungnahme der Stadt: Eine rätselhafte Geschichte

Stadionbau: Stellungnahme der Stadt : Eine rätselhafte Geschichte

Die jüngsten Aussagen von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev zum Ausbau der Grotenburg rufen Politik und Verwaltung auf den Plan. Die Uerdinger wollen nun doch keine gemeinsame Betreibergesellschaft für das Stadion gründen. Oberbürgermeister Frank Meyer will sich nicht die Rolle des „Schwarzen Peter“ aufdrücken lassen.

Ein Blick zurück: Kein Jahr ist es her, dass Oberbürgermeister Frank Meyer die Drittliga-Aufsteiger aus Uerdingen im Rathaus ehrte. Der bekennende KFC-Fan gab seinerzeit ein Versprechen ab: „Wir als Stadt stehen zu unserer Verantwortung und werden alles tun, um die Grotenburg so schnell wie möglich Drittliga-tauglich zu machen.“

Schnell waren sich Stadt und Verein einig, dass man eine gemeinsame Betreibergesellschaft gründen wolle. Die Vorteile lagen auf der Hand: Eine Stadion GmbH wäre nicht an Vergaberechte gebunden, könnte also einfacher und schneller bauen. Die Freude war groß, als der Krefelder Stadtrat am 26. November 2018 10,5 Millionen Euro bewilligte. Der Anteil der Stadt stand damit. Es folgten intensive Gespräche zwischen KFC und Verwaltung. „Ende Januar lag eine unterschriftsreife vertragliche Grundsatzvereinbarung vor, der die Basis für die Gründung der Stadiongesellschaft bilden sollte“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt, die auf die jüngsten Aussagen von KFC-Präsident Mikhail Ponomarev im Zuge eines öffentlichen Fantreffens reagierte. Dort nahm er Abstand von der Ursprungszusage, einer Betreibergesellschaft beitreten zu wollen. Die Stadt müsse das Stadion bis zum Saisonstart 2020/2021 ertüchtigen. Über diesen Zeitraum hinaus müsse die Stadt zudem Miet-Ausgleichszahlungen für ein anderes Stadion (Düsseldorf) leisten.

Einen Tag vor dem Fantreffen, am vergangenen Donnerstag, informierte der KFC die Stadt darüber, „dass aufgrund veränderter Rahmenbedingungen die Gründung einer Stadiongesellschaft nicht länger gewünscht sei und die Stadt die Sanierung der Grotenburg nun doch wie ursprünglich geplant umsetzen solle. „Allerdings ist durch die Verhandlungen seit Oktober 2018 inzwischen ein halbes Jahr verstrichen“, heißt es in der sehr sachlichen Reaktion aus dem Rathaus. Oberbürgermeister Frank Meyer ist nicht gewillt, sich den „Schwarzen Peter“ in die Schuhe schieben zu lassen. „Jeder weiß, dass mir der KFC Uerdingen und das Projekt Profifußball am Herzen liegen. Der Rat der Stadt Krefeld hat sich zu seiner Verantwortung für die Grotenburg bekannt – und dieser Verantwortung werden wir in dem dort beschlossenen Rahmen nachkommen. Allerdings gibt es rechtliche, rationale und ethische Grenzen für das Engagement einer Stadt im gewinnorientieren Geschäft Profifußball. Diese Grenzen werden wir im Sinne unserer Gesamtverantwortung für die Stadt Krefeld selbstverständlich respektieren.“

Ein Jahr nach dem Aufstieg ist die Situation verzwickt, von Einigkeit zwischen Stadt und KFC ist wenig zu spüren...

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