1. Die Stadt

Eine kleine Welt aus Pappe

Eine kleine Welt aus Pappe

Die ganz großen und die ganz kleinen Dinge faszinieren Otto-Heinz Neetix aus Kempen. Unter dem Dach hat der Rentner ein Teleskop aufgestellt, um die Sterne zu betrachten. Und bei Tageslicht baut er weltberühmte Gebäude aus Papier und Pappe nach.

Kempen. "Man muss ja etwas zu tun haben, denn wer rastet, der rostet!", so begründet der Rentner seine zeitaufwändigen Hobbys, zu denen neben der Astronomie und dem Basteln auch noch die Gartenarbeit und das Engagement im Viersener Karneval zählen. Doch seine große Leidenschaft gilt den Papiermodellen, die er als Bastelbögen per Telefon bestellt und sich nach Kempen schicken lässt — "hier kann man so etwas nicht im Geschäft kaufen". Winzige Details müssen ausgeschnitten und zusammengeklebt werden, wodurch die Architektur in verblüffend plastischer Weise dargestellt wird — einschließlich Säulen, Kapitellchen und Statuen. Länger als anderthalb bis zwei Stunden pro Tag kann man diese Arbeit nicht machen, da sie für Augen, Hände und Kopf eine besondere Herausforderung darstellt.

Um die Modelle unterzubringen, hat Otto-Heinz Neetix die komplette Dachgeschosswohnung in seinem Haus, das er gemeinsam mit seiner Frau bewohnt, in Beschlag genommen.

Inzwischen hat er sämtliche Modelle der höchsten Schwierigkeitsstufe gebaut — und wartet darauf, dass der Verlag weitere Bastelbögen herausbringt: "Mal sehen, was da noch kommt!" Die Oper von Sydney fehlt zum Beispiel noch in seiner Sammlung.