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Eine Familie gründen - das ist wichtig

Ratgeber : Eine Familie gründen - das ist wichtig

Entscheidet sich ein Paar für die Gründung einer eigenen Familie, besteht der Alltag daraufhin aus zahlreichen Veränderungen und Herausforderungen. Angefangen von einem gemeinsam strukturierten Alltag bis hin zur Hochzeit heißt es Kompromisse einzugehen und einen gemeinsamen Weg zu finden. Dabei sind Gespräche mit dem Partner essentiell.

Für Paare ist das Zusammenziehen der erste große Schritt auf dem Weg der Familiengründung. Wurden bis dahin zwei separate Haushalte geführt, in denen sich jeder einmal zurückziehen konnte, gilt es nun eine gemeinsame Basis für die eigene Familie zu schaffen. Das klappt aber nur, wenn Beide an einem Strang ziehen. Vielen Paaren fällt es zudem zunächst gar nicht leicht, sich für eine gemeinsame Wohnung zu entscheiden. Grund sind die Konsequenzen, die ein Scheitern des gemeinsamen Haushalts hat.

Nichts überstürzen

Viele Paare fühlen sich von ihrer Umgebung dazu gedrängt, den nächsten Schritt anzugehen und zusammenziehen. Doch Life Coaches und Paarberater sind sich sicher: Gerade die erste gemeinsame Wohnung sollte nicht überstürzt werden. Für viele Paare ist dieser Schritt immerhin eine größere Herausforderung als beispielsweise die Hochzeit. So muss nach dem Zusammenziehen der gemeinsame Alltag vollkommen neu strukturiert werden. Bei einer Hochzeit gibt es diesen gemeinsamen Alltag bereits, sodass sich zumindest an dem Tagesablauf an sich nichts verändert.

Erfahrene Life Coaches empfehlen Paaren, wenigstens ein Jahr zu warten, bevor sie sich für die erste gemeinsame Wohnung entscheiden. In dieser Zeit gab es sicherlich schon die einen oder anderen Tiefpunkte, in der sich die Beziehung bewähren musste. Nach dem Zusammenziehen ergeben sich dann ganz neue, vor allem kleine Veränderungen für eine Beziehung.

Dabei sind es vor allem kleinere Missverständnisse aus dem Alltag, die für ein Paar rasch zur Zerreißprobe werden können. Hierzu gehören die Marotten ebenso wie das vergessene Licht oder die wieder einmal offenstehende Tür. Auch Haustiere können sich rasch zum Streitpunkt nach dem Einzug in die erste gemeinsame Wohnung entwickeln. Vielen sind auch einfache Dinge im täglichen Leben, wie das gemeinsame Essen oder das Aufteilen von Aufgaben im Haushalt wichtig. Um all diesen Alltagsherausforderungen gewachsen zu sein, ist es wichtig, dass die Beziehung bereits ein festes Fundament hat, in dem nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird.

Das Gespräch suchen

Auch wenn die Regeln von Beiden definiert wurden, bleiben gerade auf dem Weg in die eigene Familie Konflikte nicht aus. Hier sollten sich Paare eines vor Augen führen: Ein gewisses Maß an Streit gehört einfach zu einer Beziehung dazu und nicht jeder Streit muss direkt in einer Beziehungskrise enden. Bei Unstimmigkeiten sollten Paare, egal von welcher Seite diese ausgehen, unbedingt das Gespräch suchen. Viele Konflikte lassen sich mit offenen Gesprächen lösen. Dabei gilt es Verständnis für die Meinung des anderen zu zeigen.

Von Anfang an sollten jedoch gewisse praktische Fragen geklärt werden. Hierzu gehören auch finanzielle Themen wie die Miete oder die gemeinsame Haushaltskasse. Hier müssen natürlich auch die Besonderheiten des Einzelnen beachtet werden.

Die erste gemeinsame Wohnung: Darauf ist zu achten

Haben Paare den Entschluss gefasst, zusammenziehen zu wollen, beginnt die Wohnungssuche. Zunächst gilt es natürlich offen darüber zu sprechen, ob nicht eine der beiden vorhandenen Wohnungen zur Familienbasis umfunktioniert werden kann. Jede Wohnungssuche ist zeitaufwendig und stressig. Ist eine Wohnung der Partner groß genug, sollte offen darüber geredet werden, diese auch zu nutzen.

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Foto: Adobe Stock/lenets_tan

Ist dies nicht der Fall, folgt unweigerlich die Suche nach einer gemeinsamen Wohnung. Hier sollten rechtzeitig die Eckdaten festgelegt werden. Wie groß sollte die Wohnung sein? Was darf sie kosten? Welche Besonderheiten muss sie mitbringen? Die Preise von Mietwohnungen können stark variieren und sind oft für junge Familien zu teuer. Um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen, ist es wichtig, dass die Wohnung Beiden gefällt. Eine grundlegende Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass sie Beide auch tatsächlich gesehen haben.

Auch bei der Wohnungssuche gilt wieder Folgendes: Es muss nicht direkt die Flinte ins Korn geworfen werfen, wenn die ersten Besichtigungen nicht die Erwartungen erfüllt haben. All die Mühen zahlen sich aus, denn irgendwann steht die erste gemeinsame Wohnung fest. Nach der Unterzeichnung des Mietvertrages geht es an die Planung des Umzuges. Alleingänge sind Gift für jede Beziehung und sollten deswegen unbedingt vermieden werden.

Paare müssen gemeinsam darüber sprechen, welche Gegenstände aus den beiden Haushalten in den Gemeinsamen mitgenommen werden. Hier sollte praktisch gedacht werden, wichtig ist es aber auch, Platz für die Lieblingsstücke beider Seiten zu schaffen.

Finanzielle Themen klären

Nach dem Umzug steht ein Thema an, mit dem sich jedes Paar intensiv auseinandersetzen muss und das eventuell eine der wirklich ersten großen Herausforderungen ist. Die Rede ist von der Definition finanzieller Grundfragen. Wer beteiligt sich in welchem Umfang an der Miete? Gibt es eine gemeinsame Haushaltskasse, aus der Einkäufe bezahlt werden? Kommt vielleicht auch schon ein gemeinsames Konto infrage, auf das die Einnahmen beider Seiten eingezahlt werden?

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Foto: Adobe Stock/Elnur

Gerade bei finanziellen Aspekten ist Ehrlichkeit das A und O, denn schon kleine Unstimmigkeiten können hier zur Zerreißprobe werden. Für ein Paar ist es, unabhängig von dem Einkommen des Einzelnen, unerlässlich, nicht über die eigenen Verhältnisse zu leben. Daher sollte genau abgesteckt werden, was finanziell möglich ist und welche Einschränkungen es gibt. Paare, die eine Familie gründen möchten, müssen natürlich langfristig denken. Deswegen sollte auch über eventuelle Vorsorgeansätze nachgedacht werden. Grundsätzlich gilt es offen über Finanzfragen zu sprechen, teure Unstimmigkeiten zu vermeiden.

Der nächste Schritt - die Hochzeit

Ist der Umzug geschafft und hat sich ein Paar eingelebt, denken viele mit der Zeit über die Hochzeit nach. Noch immer ist die Hochzeit für die meisten Paare eng mit dem Wunsch nach einer eigenen Familie verbunden und spätestens, wenn sich Nachwuchs ankündigt, wird offen darüber gesprochen. Die Hochzeit ist noch einmal eine besondere Phase in der Beziehung zweier Menschen, die gleichermaßen spannend und aufregend ist, zugleich aber auch zur belastenden Herausforderungen werden kann.

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Foto: Adobe Stock/Wedding photography

Eine wichtige Frage ist bei jeder Hochzeit natürlich das Budget. Nicht jedes Paar hat die finanziellen Möglichkeiten, um pompös und groß zu feiern. Viele Paare wünschen sich vielmehr eine günstige Hochzeit im Kreise ihrer Lieben. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden, solange sich das Paar einig ist. Konfliktpotenzial entsteht nämlich oft nur dann, wenn sich ein Partner eine große Märchenhochzeit wünscht und der andere lieber mit einer legeren Gartenparty liebäugelt.

Erst wenn sich das Paar einig ist, sollte es über die eigenen Hochzeitspläne mit der Familie sprechen. Gerade hier gibt es oft noch Kritik oder auch neue Anregungen, die auf das Paar wirken. Es ist nicht immer leicht, mit diesen umzugehen, weshalb es besonders wichtig ist, dass sich das Paar selbst über die Pläne bereits verständigt hat.

Gerade bei kurzfristig geplanten Hochzeit ist das Budget oft enger. Um sich nicht zu verzetteln, ist es für Paare generell empfehlenswert, wenn ein konkretes Budget definiert wird. Die Hochzeitsplanung sollte sich dann auch an diesem ausrichten. Alleingänge sind hier fehl am Platz und sollten unbedingt vermieden werden. Ebenso gilt es zu klären, wo geheiratet werden soll. Es gibt Paare, die sich eine kirchliche Hochzeit wünschen, andere sind wiederum mit einer standesamtlichen Trauung zufrieden.

Gemeinsam an einem Strang

Damit eine Beziehung die zahlreichen Hürden des Alltags meistert und aus kleinen Unstimmigkeiten keine großen Konflikte werden, ist es wichtig, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Keiner der Partner sollte Angst davor haben, sich gemeinsam auszutauschen und seine Wünsche zu äußern.

Nicht jeder Streit sollte zudem die Beziehung im Ganzen infrage stellen, denn er kann letzten Endes eine Beziehung stärken und sie festigen. Er sollte daher immer als Chance wahrgenommen werden. Offenheit und Verständnis sind gerade auch beim Schmieden der Zukunftspläne wichtig und sind dann in der Kindererziehung die Fundamente für einen harmonischen Alltag. Auch der Kinderwunsch sollte daher immer angesprochen werden.