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Sprödentalkirmes: Ein Rundgang durch das „Kirmesdorf“

Sprödentalkirmes : Ein Rundgang durch das „Kirmesdorf“

Am Freitag startete die große Herbstkirmes auf dem Sprödentalplatz. Der Extra Tipp schaute während der Aufbauarbeiten hinter die Kulissen der „mobilen Kleinstadt“.

Der Sprödentalplatz, Donnerstag, 10 Uhr: Es wird gehämmert, gebohrt und geschraubt was das Zeug hält. Die Zeit sitzt den meisten der Schaustellern im Nacken. Bis zum Kirmesstart am Freitagmittag müssen die (Fahr-)Geschäfte stehen. „Wir waren noch bis zum späten Dienstagabend in Haan, haben dann in der Nacht alles abgebaut und sind mit neun Transportern nach Krefeld gekommen“, berichtet Rolf Barth, Besitzer der „Wilden Maus“. Der Bonner beobachtet aufmerksam, wie seine fünf Saisonarbeiter („Sie kommen im Frühjahr zu uns, verlassen uns wieder im Herbst.“) die insgesamt 400 Meter Schienen verlegen und montieren. Gut zwölf Stunden benötigen sie, um die 20 mal 44 Meter große Achterbahn aufzubauen. Der höchste Schienenpunkt während der knapp zweiminütigen Fahrt liegt übrigens 14 Meter über dem Boden.

Weniger Arbeit hat da Peter Loosen, dessen Autoscooterbetrieb in diesem Jahr sein 100-Jähriges feiert. Anlässlich des Jubiläums überrascht der Schausteller seine Fahrgäste mit der neuesten Scooter-Generation. „Wir können auf Knopfdruck per Bluetooth die Achsen freischalten, so dass die Wagen nach links und rechts driften“, berichtet der Aachener. 2020 wird die Familie Loosen dann eine weiter Neuerung präsentieren - einen sich selbst aufbauenden Autoscooterbetrieb.

Nicht nur Zuschauen, sondern selbst aktiv werden heißt es beim nächsten Stopp, dem „Ghost“, einem Laufgeschäft für Groß und Klein. Auf zwei Etagen erwartet den Besucher ein labyrinth-ähnlicher Rundgang, den es zu meisten gilt. Samt zahlreicher Schreckmomente.

Auf dem Weg über den Sprödentalplatz begegnet uns Stefan Kaiser, Betreiber des bei Kindern so beliebten Ponyreitens. „Den Tieren geht’s bei uns richtig gut. Wir erfüllen alle Auflagen, werden regelmäßig überprüft“, kontert er die Kritik an seinem Betrieb. Die Tierschützer kündigten an, jeden Kirmes-Tag gegen das Ponyreiten zu demonstrieren.

Zum Abschluss des Rundgangs geht es zu Bruno Dreßen, der den „größten und modernsten Bierausschank, der jemals auf einem Volksfest aufgestellt wurde“ nach Krefeld gebracht hat. Hier kann man sich nach ein oder zwei Runden über den Rummel erholen und genießen - und, was heute fehlt, Leute beobachten...