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Ein neuer Wagen: Was ist beim Kauf zu beachten?

: Ein neuer Wagen: Was ist beim Kauf zu beachten?

Der Kauf eines neuen Wagens steht bald bevor? Das ist etwas Tolles, doch ist die Anschaffung auch mit finanziellen Überlegungen, Hürden und einigen planerischen Herausforderungen verbunden. Aber auf was sollten Käufer wirklich achten und worauf kommt es an? Dieser Artikel schaut sich das einmal genauer an.

Neuwagen oder Gebrauchtwagen?

Vielfach ist das schlichtweg eine Frage des Geldes und der möglichen Finanzierung. Neuwagen sind nochmals um ein gutes Stück teurer als Gebrauchtwagen, zumal es bei Gebrauchtwagen wiederum Abstufungen gibt:

  • Vorführwagen – das sind die Fahrzeuge, die Autohäuser als Anschauungsmaterial nutzen. Die Fahrzeuge besitzen wenigstens eine Tageszulassung und dürfen somit nicht mehr als Neuwagen deklariert werden. Gleichfalls dienen sie oft als Fahrzeuge für Probefahrten, wodurch sich der Wert wieder verringert.
  • Jahreswagen – diese Fahrzeuge werden über mehrere Wochen, meistens über ein oder zwei Jahre zugelassen und auch gefahren. Nicht selten gehören sie weiterhin dem Autohaus, werden dort aber als Firmenwagen oder Kundenfahrzeuge genutzt.
  • Leasingwagen – auch das sind Gebrauchtwagen. Manche Leasingfirmen verkaufen die aus einem Leasingvertrag zurückgegebenen Fahrzeuge extern als Gebrauchtwagen. Das Alter der Fahrzeuge ist meist bei einem bis drei Jahren.
  • Gebrauchtwagen – sie befanden sich in Privatbesitz und werden nach einiger Zeit wahlweise über einen Händler oder privat verkauft.

Wichtig für sich selbst, ist die Frage, was eigentlich gewünscht wird. Ein Neuwagen hat natürlich einen höheren Wert, doch verliert diese ihn bereits ab dem Moment, in dem er vom Hof rollt. Trotzdem haben beide Fahrzeugvarianten ihre Vor- und Nachteile:

  • Neuwagen – Käufer können in einem gewissen Rahmen entscheiden, was sie sich wünschen und wie das Fahrzeug aussehen soll. Jeder Käufer kann aus einer Liste auswählen, welche Sitze, Bezüge, Farben, Lacke oder auch Ausstattungsmerkmale er wünscht. Je nach Wahl kosten diese extra. Zudem hat das Fahrzeug natürlich keinerlei Vorschäden und geht »neu« in den Besitz des Käufers über. Dafür erleiden Neuwagen jedoch auf den ersten gefahrenen Kilometern bereits einen deutlichen Wertverlust. Zudem ist es wesentlich ärgerlicher, wenn kurz darauf erste Schäden auftreten. Hier gilt: Es ärgert, wenn der Gebrauchtwagen eine Macke im Lack vom Schlüssel hat. Geschieht dies beim Neuwagen, ist der Ärger wesentlich größer.
  • Gebrauchtwagen – das Auto ist schon fix und fertig. Sicher ist es manchmal möglich, gegen Aufpreis noch eine Zusatzausstattung montieren zu lassen, doch ist das eher selten. Käufer haben auf viele Punkte keinen Einfluss mehr und müssen damit leben, dass das Fahrzeug schon manche Vorschäden oder auch einen Unfallschaden hat. Dafür fällt der Wertverlust nicht mehr so deutlich ins Gewicht und kleinere, nach dem Kauf erworbene Mängel stören weniger.

Nicht zu unterschätzen ist die Dringlichkeit des Autokaufs. Die Bestellung des Neuwagens kann bis zur Auslieferung auch mal drei Monate dauern, der Gebrauchtwagen ist in der Regel direkt verfügbar. Wer also den Neuwagenkauf plant, der sollte rechtzeitig zugreifen.

Finanzierung

Der Großteil der Autokäufer geht denselben Weg. So wird das alte Fahrzeug immer in Zahlung gegeben und somit auf den Kaufpreis des neuen Fahrzeugs angerechnet. Dieses Geld reicht natürlich nicht, um einen Neu- oder besseren Gebrauchtwagen zu erwerben. Diese Fahrzeuge müssen im Regelfall finanziert werden, wo es wieder Optionen gibt:

  • Autohaus – die Finanzierung wird über die Bank des Autohauses durchgeführt. Käufer haben nun weniger Einfluss auf Zinsen und Konditionen, haben aber dafür alles in einer Hand. Der Fahrzeugbrief verbleibt bei der geldgebenden Bank, bis die letzte Rate beglichen wurde.
  • Privatkredit – hier können Verbraucher genau schauen, welcher Anbieter das beste Angebot bereitstellt. Es können auch mehrere Modelle miteinander kombiniert werden, ganz so, wie es für einen selbst am besten ist. Privatfinanzierungen haben den Vorteil, dass auf Vergleichsplattformen die Angebote verglichen werden können und auch, dass beispielsweise die Großeltern noch für einen Teil des benötigten Geldes einspringen.

Den größten Vorteil stellen selbst aufgenommene Privatkredite dar. Sie erlauben nämlich auch noch einen größeren Verhandlungsspielraum. Kaum ein Autoverkäufer geht nicht mit dem Preis herunter, wenn das Auto in bar bezahlt wird. Oft lässt sich so sogar noch der Satz Winterreifen mit in den Kaufpreis inkludieren.

Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf

Bei einem seriösen Gebrauchtwagenhändler ist weniger Vorsicht geboten als bei einem Kauf von privat. Gebrauchtwagenhändler unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen und können notfalls belangt werden. Privatverkäufer sind zwar verpflichtet, vorherige Unfälle anzugeben, doch fällt vieles andere unter »gekauft, wie gesehen«. Hier gilt, dass Privatpersonen etwaige, noch nicht auffallende Mängel nicht erkennen können. Daher gilt:

  • Zweite Person – das Fahrzeug sollte immer zu zweit angesehen werden. Vier Augen sehen mehr als zwei, hat die zweite Person auch noch Ahnung von Autos, ist das noch besser.
  • Prüfungjedes Fahrzeug sollte einer Inaugenscheinnahme und Probefahrt unterzogen werden. Diese sollte zum TÜV, zur DEKRA oder einer anderen geeigneten Werkstatt führen, sodass ein Gebrauchtwagencheck gemacht werden kann. Dieser kostet zwar, doch anhand der etwaigen Mängel kann der Preis gedrückt werden. Übrigens darf kein Verkäufer den fachmännischen Check verhindern.
  • Vorabcheck – etliche private Verkäufer lassen ihren Verkaufswagen eigenständig prüfen. Wer sich nicht sicher ist, ob alles stimmt, der kann natürlich bei der jeweiligen Werkstatt anrufen oder aber mit dem Fahrzeug und dem Protokoll zur Werkstatt seiner Wahl fahren.

Darüber hinaus ist es auch wichtig, die Fahrgestellnummer zu überprüfen und sie unbedingt in den Vertrag aufnehmen zu lassen. Zudem sollten alle festgestellten Mängel, Macken und Schäden im Vertrag stehen. Ein guter Verkäufer händigt auch Reparaturrechnungen, beispielsweise von Unfällen, aus und legt sie dem Kaufvertrag bei. Und, gerade bei reinen Privatverkäufen: Der Erhalt des Geldes muss ordentlich quittiert sein. Die Quittung ist notfalls das Einzige, was wirklich die Bezahlung beweist.

Foto: Unsplash.com/Markus Spiske

Fazit - welches Fahrzeug wird es?

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, ob es ein Gebrauchtwagen oder ein Neuwagen wird. Beide Fahrzeuge haben Vorteile, zumal es bei den Gebrauchtwagen etliche Unterscheidungen gibt. Neuwagen sind natürlich etwas Wunderbares und Käufer können so viele Details selbst bestimmen, dass die Auswahl schon schwerfällt. Gebrauchtwagen unterliegen nicht mehr dem markanten Wertverlust, dafür müssen Käufer mit Schäden oder einigen Mängeln leben. Im Gegenzug sind sie natürlich günstiger.