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„Motograziella“ ist zurück in Krefeld: Die verrückte Geschichte eines alten Flitzers aus Krefeld

„Motograziella“ ist zurück in Krefeld : Die verrückte Geschichte eines alten Flitzers aus Krefeld

Seine Liebe zu alten Fahrzeugen führte den Unternehmer Volko Herdick auf die Fährte einer Motograziella, die nach Jahrzehnten wieder in Krefeld angekommen ist.

Dies ist viel mehr als nur die Geschichte einer „Motograziella“ - diesem putzig anmutenden Vehikel, welches in den 70er Jahren auch auf Deutschlands Straßen häufiger zu sehen war. Es ist eine Geschichte, die von Zufällen, Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit und Erinnerungen handelt. Und der Ausgangspunkt ist Krefeld. Doch beginnen wir von vorne.

Unternehmer Volko Herdick, bekannt als Rennbahn-Gastronom in Krefeld, hat seit vielen Jahren schon ein Faible für alte Fahrzeuge. Durch diese Leidenschaft lernte er seinen Kumpel Jürgen kennen, der in Swisttal wohnt und ebenfalls alles sammelt, was mindestens zwei Räder hat und irgendwie besonders ist. Eben jener Bekannter bat Volko Herdick, ihm bei der Besichtigung eines speziellen Mopeds in der Nähe von Viersen zur Seite zu stehen.  „Als ich sah, was er da kaufen wollte, war ich sprachlos“, berichtet der Gastronom. Denn die zu begutachtende rot-weiße „Motograziella“, die ohnehin ein absoluter Hingucker ist, kam ihm irgendwie bekannt vor. „Als ich dann den Fahrzeugschein entdeckte, war mir alles klar.“ Die „Motograziella“ gehörte einst dem Stadtanzeiger, wie die Mittwochszeitung unseres Verlags einst hieß. Der damalige Fotograf Rüdiger Heitzer fuhr mit dem motorisierten Zweirad stets zu den Terminen. „Was für ein Zufall“, dachte sich Volko Herdick, dem bereits damals klar war, dass die „Motograziella“ irgendwann wieder zurück nach Krefeld müsse.

Ein halbes Jahr später: Gut zwei Wochen ist es nun her, dass der Herdick per Sprachnachricht einen Hilferuf seines Freundes Jürgen aus Swisttal erhielt. Er berichtete von den Verwüstungen, die das Hochwasser angerichtet hatte und bat seinen Krefelder Bekannten um Unterstützung. Herdick zögerte nicht lange, ließ ein altes Feuerwehrfahrzeug, welches in seinem Besitz ist, kurzerhand zu und fuhr gleich montags los. „Dank des Aggregats konnten wir vor Ort eine Woche lang Strom liefern und sorgten dank der kräftigen Scheinwerfer zusätzlich für Licht. Die Menschen dort hat es schwer getroffen. Sie waren sehr dankbar für die Hilfe“, berichtet er. Sein Freund Jürgen bedankte sich auf besondere Weise. Als Herdick wieder in Swisttal war, um den Feuerwehrwagen abzuholen, schenkte ihm Jürgen die „Motograziella“. „Ich wollte ihm etwas dafür geben, aber das wollte er nicht. Jetzt überlegen wir in Ruhe, was wir mit diesem tollen Fahrzeug machen.“