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Die Trümmerschnüffler

Die Trümmerschnüffler

Der Verein Freie Hundestaffel Krefeld hat in den Trümmern des ehemaligen Sparkassen-Hauses an der Friedrichstraße das Aufspüren von Verschütteten geübt.

Henri ist ganz entspannt. Dass er in einem engen Feuerwehr-Korb, mehrere Meter über einem Trümmergrundstück schwebt? Geschenkt! Die Leberwurstpaste, die seine Besitzerin Sabine Mohren aus der Tube drückt, ist wesentlich interessanter. Außerdem ist der schwarze Hoverward-Rüde ein alter Hase, was solche Aktionen angeht.

Beim Training des Vereins Freie Hundestaffel Krefeld auf dem Trümmergrundstück der ehemaligen Sparkasse machte „Profi“ Henri denn auch den Anfang. Normalerweise können die Ehrenamtler das Aufspüren von Vermissten mit ihren Vierbeinern nur auf abgesteckten, ebenen Flächen üben.

Dass die Sparkasse ihnen das Training auf dem Trümmerfeld erlaubt, ist für den Verein ein Glücksfall - schließlich könnten die Hunde irgendwann einmal in einer solchen Umgebung zum Einsatz kommen. Und wenn sie die Szenerie schon kennen, sind die Tiere wesentlich entspannter und können sich besser auf ihre Aufgabe konzentrieren.

So wie Henri jetzt. Wenn ihm das Geschirr angelegt wird, weiß der Hoverward, dass er jetzt „im Dienst“ ist. Auf das Kommando „Such und Hilf“ hin, macht er sich selbstständig auf den Weg und nimmt in der staubigen Steinwüste zwischen geborstenen Betonplatten und Stahlarmierungen Witterung auf.

Den „Vermissten“ spielte ein Vereinsmitglied, das sich hinter einigen Trümmern versteckt hatte. Für Spürnase Henri eine Sache von wenigen Minuten, bis er durch Bellen den Fund anzeigen konnte. Dann gab’s ausgiebiges Lob und als Belohnung hinterher ausgiebiges Toben...

Auf Henri folgten diverse weitere Hunde der Staffel, die noch nicht so weit sind - der Verein bildet alle möglichen Rassen aus.

Zu ihren Standard-Aufgaben gehört es, die Fährte von verwirrten Senioren aufzunehmen, die aus Pflegeeinrichtungen verschwunden sind. Auch Henri hat schon mehrere Menschen gefunden. Er sucht immer wieder mit großem Eifer - weiß er doch, dass anschließend ein Spiel auf ihn wartet.

(City Anzeigenblatt Krefeld II)