Die Stadt „checkt“ ihre Gebäude

Die Stadt „checkt“ ihre Gebäude

Die Stadt Krefeld plant eine umfangreiche Zustandserfassung aller städtischen Gebäude und Liegenschaften. Anhand einer Prioritätenliste soll der Sanierungsbedarf ermittelt werden.

"Wir wollen uns ehrlich machen und Transparenz schaffen", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer mit Blick auf die Zustandserfassung aller städtischer Gebäude und Liegenschaften. Gleichwohl rechnet er damit, "dass wir auch unschöne Antworten bekommen können".

"Das Pilotprojekt machte deutlich, welcher Sanierungsstau noch auf uns zukommt." In einem ersten Schritt ließ die Verwaltung 13 städtische Liegenschaften mit 33 Gebäuden "begehen".

Die Beurteilung erfolgte anhand eines standardisierten Fragenkatalogs. Insgesamt 333 Sanierungsmaßnahmen wurden festgestellt. Das Investitionsvolumen wurde mit 11,478 Millionen Euro beziffert. Binnen sieben Jahren sollen die Mängel beseitigt sein.
Nach dem "Piloten" folgt nun eine Gesamterfassung in 2019 und 2020.

Begonnen hat die Aufarbeitung indes mit der Modernisierung und Sanierung der Krefelder Schulen. Bis 2022 sollen mit Hilfe verschiedener Förderprogramme sowie kommunaler Mittel 143 Millionen Euro investiert werden. Mehr als 1000 Ausbesserungsmaßnahmen wurden festgestellt.

"In der Vergangenheit wurde dem Zustand der Gebäude zu wenig Beachtung geschenkt", sagt OB Meyer und ergänzt: "Oft passierte dies erst, wenn das Ende der Funktionalität erreicht war." Um dies an anderer Stelle zu verhindern und eine mögliche Kostensteigerung zu verhindern, sollen nun alle städtischen Liegenschaften auf den Prüfstand.

"Wir können dann sehen, wo es welche Mängel gibt, wie viel Geld wir für die Behebung brauchen und was wir zuerst machen müssen", erläutert Frank Meyer.

Die Daten werden durch einen Fragenkatalog ermittelt, in dem technische sowie bauliche Details ebenso abgefragt werden wie kurz- bis mittelfristige Instandhaltungskosten. Alle Informationen werden in einem so genannten Objektsteckbrief gesammelt und digital einpflegt. "So können wir die Maßnahmen jedes Jahr neu überprüfen und bewerten", sagt Rachid Jaghou, Leiter des Fachbereichs Zentrales Gebäudemanagement.

OB Frank Meyer sieht in dem Gebäudekataster auch Vorteile für die Politik. "Es wird leichter zu entscheiden, an welchen Stellen wir Sanierungsbedarf haben."