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Bauhaus-Jahr 2019: Deutschland blickt auf Krefeld

Bauhaus-Jahr 2019 : Deutschland blickt auf Krefeld

Ein internationales Publikum drängte 2013 nach Krefeld. Jetzt könnte sich der Erfolg wiederholen.


"Das NRW-Projekt spielt sich in Krefeld ab", bestätigt Christiane Lange. Die Vorsitzende des Vereins "Projekt MIK" hat mit ihren Mitstreitern dafür gesorgt, dass Krefeld eine Art Hauptstadt der Erinnerung an das legendäre "Bauhaus" in Nordrhein-Westfalen wird.
Das Bauhaus bezeichnet eine Vereinigung von Architekten und Künstlern. Es wurde 1919 in Weimar, Dessau und Berlin gegründet. Seine Bedeutung für die moderne Kunst und Architektur ist auf der ganzen Welt anerkannt.
Krefeld ist mit dem "Bauhaus-Stil" durch Mies van der Rohe verbunden. Der Star-Architekt schuf modernistische Gebäude wie Haus Lange und Haus Esters an der Wilhelmshofallee.

Tausende sahen
Mies-Modell am Egelsberg

2013 errichtete der Verein "Projekt MIK" am Egelsberg das begehbare Modell eines Mies-Entwurfs, der niemals verwirklicht worden war. Der Erfolg war überwältigend: Kunstinteressierte aus der ganzen Welt kamen nach Krefeld, um das einmalige Objekt in Augenschein zu nehmen.

Für 2019 steht bundesweit das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses an. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich daran mit einer neuen Aktion aus Krefeld:
"Wir wollen den Blickwinkel unserer Verbindungen zum Bauhaus erweitern", erklärt Christiane Lange. Denn nicht nur Mies van der Rohe wirkte in der Seidenstadt. "Insgesamt waren 36 Bauhausangehörige in Krefeld aktiv", überrascht Lange mit neuen Zahlen. Darunter waren Kunstlehrer und lokal tätige Architekten.

Aber auch Studenten des Bauhauses kamen von Thüringen und Berlin an den Niederrhein, um hier an der Textilhochschule zu lernen. Lange: "Wir werden ihre Geschichte erforschen". Dazu steht ein vierköpfiges Wissenschaftlerteam bereit, das sich dieser Arbeit ein Jahr lang widmen wird.
Anschließend sollen die Ergebnisse in der Stadt ausgestellt werden. Dazu errichtet der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte einen Pavillon im Kaiserpark, unweit der Mies-Bauten Haus Lange und Haus Esters. Dieser Pavillon ist nicht für die Ewigkeit gedacht. Auch er wird nach drei oder vier Jahren abgebaut, ebenso wie das Modell 2013 am Egelsberg.


Bis dahin aber soll er die Menschen anziehen, die am Bauhaus, an Krefeld und an Architektur interessiert sind. Die Chancen stehen gut: "Das Bauhaus ist der beste Exportschlager Deutschlands", unterstreicht Lange. Selbst in China und den USA ist sie auf großes Interesse gestoßen.


Das neue Projekt mit dem Titel "map 2019" (englisch: Landkarte) wird von Stiftungen und Spendern finanziell möglich gemacht. Einen großen Brocken trägt die Kulturstiftung der Sparkasse bei: 200.000 Euro. "Die Summe zeigt, welche Bedeutung wir dem Projekt beimessen", bekräftigt Lothar Birnbrich, Vorständler der Sparkassenstiftung. Auch die Stadt Krefeld trägt ihren Teil dazu bei. Sie unterstützt das Projekt im Rahmen ihrer Aktion "Perspektivwechsel".