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Dienstältester Kommisar des Landes geht in Pension: Der Rekord-Mordermittler träumt vom Kilimandscharo

Dienstältester Kommisar des Landes geht in Pension : Der Rekord-Mordermittler träumt vom Kilimandscharo

Nach insgesamt 46 Dienstjahren geht der Erste Kriminalhauptkommissar Gerhard Hoppmann Ende November in Pension. In seiner beeindruckenden Karriere klärte er 249 Tötungsdelikte auf. Nur ein Fall blieb offen. Der Extra-Tipp sprach mit dem 61-jährigen Mordermittler.

Mord und Totschlag bestimmten das Leben von Gerhard Hoppmann. In seinen 46 Jahren bei der Polizei musste sich der heute 61-Jährige Dinge ansehen, die bei den meisten Menschen nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen vorkommen. „Es ist nicht wie im Fernsehen, in den seltensten Fällen kommt ein Kriminaltachniker dazu. Oft untersuchen wir die Leichen selbst“, sagt Hoppmann. Der Erste Kriminalhauptkommissar aus Krefeld könnte mit den Geschichten, die er in seiner langen Polizeilaufbahn erlebte, „mehrere Bücher füllen“, wie er sagt. Zeit zum Schreiben wird er bald haben, denn Ende November geht Gerhard Hoppmann in Pension.

Heute unvorstellbar: Als 15-Jähriger, der die Realschule besuchte, wurde der junge Gerhard Hoppmann 1974 mit einer „Sondergenehmigung“ bei der Polizei angenommen. Nach einer dreijährigen Ausbildung ging es für ihn nach Düsseldorf. „Ich war begeisterter Streifenpolizist und dachte, dies würde ich auch für immer bleiben. Das war eine wunderbare Zeit“, erinnert sich der Kriminalhauptkommissar heute an seine Anfangsjahre und ergänzt lachend: „Ich bin dann fast zwangsweise zur Kripo gekommen.“ 1984 wechselte Hoppmann nach Krefeld, zunächst ins Betrugskommissariat. Ein Jahr später war er dann aber erstmals Mitglied einer Mordkommission - der MK Sommer. „Es ging damals um eine ermordete Prostituierte.“ Der Fall wurde erfolgreich aufgeklärt. Der junge Ermittler merkte, dass er seine Berufung gefunden hatte. Seit 1990 leitete der passionierte Skifahrer schließlich erfolgreich 250 Mordkommissionen. Nur einen Fall konnte er nicht lösen. Und zwar den eines toten Säuglings, der 2014 in einer Plastiktüte am Rande des Krefelder Südparks gefunden wurde. 

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Es gab viele, teilweise spektakuläre Fälle, die dem scheidenden Kriminalhauptkommissar in Erinnerung geblieben sind. So wie der des in Oppum erschossenen Autohändlers Askin Uludag. Das war 2008. Hoppmann und sein Team („Ermittlungserfolge sind niemals eine One-man-Show, sondern immer Teamarbeit.“) ermittelten nicht nur den Täter, sondern fanden im Zuge ihrer Recherche auch heraus, dass eben jener Fred. W. bereits einige Jahre zuvor einen weiteren Mord in Belgien begangen hatte. Ein doppelter Erfolg für die Krefelder Polizei.

35 Jahre lang war Gerhard Hoppmann Tag und Nacht erreichbar. Sobald ein Mord geschah, war er im Einsatz. Seit Anfang November hat er sich zurückgezogen, um „Ordnung zu schaffen“. An die Veränderung, dies räumt er unumwunden ein, wird er sich noch gewöhnen müssen. Denn: „Dieser Beruf lässt einen nicht los.“ Am 30. November ist dennoch Schluss.

Und was kommt dann? „Für 2021 war eine Tour zum Kilimandscharo geplant. Dies wird coronabedingt nicht klappen. Ich habe viele andere Projekte im Kopf, werde mich aber erst einmal ausruhen und das Haus renovieren. Da ist sehr viel liegengeblieben.“