1. Die Stadt

Comics ergänzen komische Oper

Pfiffige Ideen gegen Corona : Komische Oper mit Comics

Mit frischen Inszenierungsideen trotzen die Theatermacher den Corona-Beschränkungen. Pfiffige Comics ergänzen jetzt eine komische Oper.

„Ansgar hat eine sichere Hand im Unterhaltungsfach“, lobt Operndirektor Andreas Wendholz seinen Gastregisseur Ansgar Weigner. Eine solche war gefordert, um die komische Oper „Don Pasquale“ von Donizetti auch unter Corona-Beschränkungen lustvoll auf die Bühne zu bringen. 

Wie vielfach in komödiantischen Stücken, steht eine Intrige im Mittelpunkt der Handlung: Der ältliche Don Pasquale verbietet einem Liebespaar die Heirat, will aber selbst noch heiraten. Ein Chaos, das nur durch eine listige Verkleidungsscharade wieder geordnet werden kann.

Nicht einfach, dies alles in nur 90 Minuten und unter Wahrung der Distanz zwischen den Sängern zu realisieren. Doch Ansgar Weigner hat Wege gefunden, die belegen, wie die Einschränkungen der Corona-Krise auch neue Kreativität entstehen lässt.

So werden die eigentlich in der Partitur vorgesehenen Rezitative durch Dialoge ersetzt. Der Karikaturist Peter Schmitz hat für markante Szenen Comic-Zeichnungen angefertigt, die großformatig im Hintergrund aufgezogen werden. „Das sind teilweise Gedankenblasen, wie man sie aus dem Comic kennt“, erläutert Wendholz, „oder man sieht auch mal eine Hand, die eine Ohrfeige verteilt.“ Denn wegen Corona düfen sich die Sänger in Person nicht zu nahe kommen. Die Comics bilden somit in der Inszenierung eine Art Kommentar, ergänzen aber auch das szenische Spiel. 

Überdies werden die drei Schauplätze der Komödie - Haus, Zimmer, Garten - jeweils mit beweglichen Requisiten bezeichnet. Die Sänger singen in Italienisch, wobei die Texte aber in deutschen Übertiteln übersetzt werden.

Weil das Orchester wegen Corona nicht im Orchestergraben agieren darf, hat Weigner die Musikerauswahl - 30 an der Zahl - sichtbar auf der Bühne platziert; sodass die Zuschauer auch das Orchester mit beobachten können. Auf den Chor musste jedoch ganz verzichtet werden, was auch die Kürzung auf 90 Minuten mit ermöglicht. Trostpflaster: „Der Chor führt seinen Part auf der Operngala auf“, verspricht Andreas Wendholz.

Insgesamt gibt es nur vier Aufführungen von „Don Pasquale“ in Krefeld. Das hat auch mit Corona zu tun. Das Stück soll das notwendigerweise beschränkte Opernangebot erweitern. 

Am Freitag, 19. November, ist in Krefeld Premiere. Die drei weiteren Aufführungen liegen am 30. November, 14. Dezember und 5. Februar. Jeweils 19.30 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse, Tel.: 02151-805 125.