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Chempark Uerdingen: Stickstofftank explodiert

Zwölf Verletzte bei Unfall in Krefelder Chemie-Betrieb Huntsman : Chempark Uerdingen: Stickstofftank explodiert

Bei Huntsman Pigments (ehemals Sachtleben) im Chempark Uerdingen ist ein Stickstofftank explodiert und ein Gebäude teilweise eingestürzt. Es hat 20 Verletzte gegeben, darunter ein Schwerverletzter. Fünf Mitarbeiter wurden eingeschlossen.

Es ist der schlimmste Unfall im Chempark seit mehreren Jahren. Die Ursache ist noch nicht klar.

Die Feuerwehren aus Krefeld und dem Umland waren mit 140 Kräften vor Ort, davon 60 aus Krefeld. Aus Düsseldorf kam ein 45-Tonnen-Kran, um den Weg zu den Eingeschlossenen freizumachen sowie eine Rettungshundestaffel. Die Mitarbeiter tauchten dann von alleine wieder auf.

Über dem südlichen Teil des Chempark, wo sich das Unglück ereignete, stand nach der Explosion um 13.56 Uhr eine dichte weiße Wolke, die kilometerweit zu sehen war.

Dichter weißer Staub legte sich auf die Unfallstelle und behinderte die Rettungsarbeiten. Viele Durchgänge in dem Gebäude waren durch Trümmer blockiert.

Einwohner wurden aufgefordert die Fenster zu schließen. Eine Luftmessung ergab: Keine Gefahr für die Anwohner.

Die mobile Einsatzleitung der Feuerwehr wurde vor dem Chempark aufgestellt und koordinierte die Rettungsarbeiten der diversen Feuerwehren.

Es war eine dramatische Situation: Die Retter arbeiteten sich Raum für Raum durch das teilweise eingestürzte Gebäude und suchten unter Staub und Trümmern nach Verschütteten. Mehrere Mitarbeiter waren unter Trümmern eingeklemmt und riefen um Hilfe.

Im Krefelder Helios-Klinik trafen kurz darauf die Krankenwagen mit den Verletzten ein. Bis auf zwei konnten alle Verletzten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Der Schwerverletzte wurde per Retungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Es besteht keine Lebensgefahr.

Das Unglück ereigneite sich in einem Bereich, in dem Titandioxid hergestellt wird. Offenbar ist ein Druckbehälter an einem Stickstofftank explodiert. Die Druckwelle war so stark, dass der Tank zerfetzt wurde und die Ziegel- und Leichtmetallwände des Huntsman-Gebäudes teilweise einstürzten.

Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist noch nicht klar.

Die Aufräumarbeiten können noch nicht beginnen, da zunächst die Beweissicherung abgeschlossen werden muss.

Durch die Druckwelle sind asbesthaltige Eternitplatten geborsten. Das krebserregende Asbest liegt in gebundener Form vor und stellt so keine Gefahr für die Nachbarschaft dar.

Currenta und Huntman veranstalteten 3,5 Stunden nach dem Unfall eine kurzfristig einberufene Pressekonferenz und brachten Journalisten bis 150 Meter an den abgesperrten Unfallort heran.

Huntsman hat 2013 die Krefelder Traditionsfirma Sachtleben gekauft und in Huntsman Pigments umbenannt. Am Standort Uerdingen sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Nach dem Unglück wurde die Produktion in Krefeld eingestellt. Wann sie wieder hochgefahren werden kann, ist noch nicht bekannt.

Huntsman ist weltweit einer der größten Titandioxid-Produzenten. Haupteinsatzgebiete von Titandioxid, weltweit werden pro Jahr vier bis fünf Millionen Tonnen produziert, liegen im Bereich der Beschichtungen wie Lacke und Anstriche.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Explosion im Chempark Uerdingen

(jps)